Die schweren sowjetischen Kampfpanzer der Josef Stalin Reihe.

Nach der Schlacht am Kursker Bogen hatten die Sowjets den deutschen die Initiative auf dem Schlachtfeld abgerungen. Bis dato gehörte der Sommer den Deutschen und der Winter den Sowjets. Nun waren die Deutschen nicht mehr in der Lage, eine Offensive (von kleineren örtlichen einmal abgesehen) durchzuführen.

Was den Sowjets bis dato fehlte, war ein schwerer Kampfpanzer der es mit den neuen deutschen Kampfpanzer aufnehmen konnte. So wurde neben der KV Serie die IS (für Josef Stalin) entwickelt. Es wurden unterschiedliche Typen entwickelt, von denen aber nur zwei gegen die Deutschen eingesetzt wurden. Der dritte, noch eingesetzte Panzer während des Krieges, kam nur gegen Japan zum Einsatz und nahm an der Militärparade am 7.Sep 1945 in Berlin teil. Zur Überraschung der westlichen Alliierten, die von diesem Panzer nichts gewusst haben.

Der IS-1 (Iossif Stalin)

Die Entwicklung begann im Jahr 1942. Der Ingenieur Kotin, der bereits den KV-1 entwickelt hatte, bekam den Auftrag für diesen Panzer. Als Fahrwerk wurde der des T-100/SMK eingesetzt. Die Wanne orientierte sich am KV-1 und hatte eine 120mm Panzerung. Zunächst war der Gussstahlturm des KV85 vorgesehen. Jedoch entschied man sich für eine schwerer gepanzerte Variante. Dieser Turm war größer und mit 120mm an der Front stark gepanzert.
Trotzdem war sein Gefechtsgewicht mit 44 Tonne geringer als das des KV-1 (47,5t). Bewaffnet war der IS mit einer 85mm (D-4T85)  Kanone weshalb er auch IS-85 genannt wurde. Bis Januar 1944 wurden 120 Stück gebaut.

Der Panzer war alles in allem nicht sehr erfolgreich. Das lag zum einem an den vielen taktischen Fehlern die beim Einsatz gemacht wurden und zum anderen daran, dass die Deutschen in der Defensive viel besser gelang, die Panzer zu bekämpfen. Besonders Sturmgeschütze taten sich hier hervor. Bei einem Gefecht mit Tiger Panzern der schweren Panzerabteilung 503 wurden IS-1 auf eine Kampfentfernung von 1500 bis 1800 vernichtet. Die Tiger hatten dabei ein Laufwerkstreffer einzustecken.

Durch die geringe Stückzahl wurde der Panzer nie in Massen an der Front eingesetzt. Man kann ihn auch als „Übergangsmodell“ bezeichnen. Restbestände wurden später auf IS-2 umgerüstet.

 

Der IS 2

Auf sowjetischer Seite stellte man schnell zwei Dinge fest. Erstens konnte die neue Konstruktion des IS eine viel stärkere Kanone als die 85mm aufnehmen. Zweitens war der IS 1 den schweren deutschen Tigern und mittleren deutschen Panthern weiterhin unterlegen.
Als neue Kanone standen zwei zur Auswahl. Zum einen die 100mm D-10T und zum anderen das 122mm Modell D-25T (abgeleitet vom Marinegeschütz A19). Obwohl die 100mm eine höhere Penetration hatte (185mm zu 160mm) wurde die D-25T ausgewählt. Geschuldet war das der Tatsache das es genügend Munition dafür gab und das Geschütz leichter und schneller herzustellen war. Der IS2 war trotz seiner Masse im Gelände sehr beweglich. Durch die Dicke der Panzerung und die Abschrägung war er mehr als ausreichend gepanzert. Die Waffe war einem Tiger ebenbürtig wenn nicht sogar an Sprengkraft überlegen. Allgemein war die Kanone nicht geeignet auf große Entfernungen zu kämpfen. Aber auf mittlere und kurze Distanz absolut effektiv. Trotzdem hatte auch der IS2 gravierende Nachteile:

Zum einem konnte er nur 28 Schuss mitführen, da Granate und Kartusche getrennt gelagert werden mussten. Das, und die Enge im Turm, führten zu einer sehr langsamen Feuergeschwindigkeit.

Die Schwachstelle war die unzureichend gepanzerte Fahrersichtblende. Deutsche Panzerkommandanten und PAK Besatzungen wurden angewiesen, diese Schwachstelle auszunutzen. Viele IS2 wurden durch einen Treffer in diese Blende vernichtet. Ab Juni 1944 wurde dieses auf sowjetischer Seite mit einer Konstruktionsänderung begegnet. Die neue Frontplatte besaß nun durchgehend eine 30 Grad Neigung und es wurden Winkelspiegel eingebaut. Folglich wurde das neue Modell IS 2 Modell 1944 genannt. Nicht zu verwechseln mit dem Modell IS2M. Den gab es erst in den 50er Jahren.

Ein Panzer IV konnte dem IS2 nur auf geringe Entfernung an der Seite oder von hinten gefährlich werden.
Dem Tiger war der IS2 ebenbürtig wenn nicht sogar überlegen, da er geländegängiger war, eine abgeschrägte Panzerung hatte und den Turm schneller drehen konnte.
Im Vergleich zum Panther war der IS2 besser gepanzert. Hier lagen aber bessere Motorleistung und bessere Beweglichkeit auf Seiten der Deutschen. Beide Panzer konnten sich auf eine Kampfentfernung von 1000m gegenseitig gefährlich werden. Allerdings konnte der Panther wesentlich schneller feuern.
Der Königstiger war dem IS2 überlegen. Allerdings war hier die größere Mobilität auf Seiten der Sowjets. Außerdem konnte der IS2 da eingesetzt werden, wo der Königstiger aufgrund seines Gewichtes nie hinkommen würde.

Vom IS2 wurden insgesamt mehr knapp 3500 Fahrzeuge hergestellt.

 

Der IS-3

Im Sommer 1944 wurden zwei neue Projekte für einen neuen schweren Panzer gestartet. Grundlegend neu war der Turm. Hier wurde zum ersten Mal die Kuppelbauweise angewandt. Sie galt als geschossabweisend. Sie ist bis zum heutigen Tag DAS Erkennungsmerkmal der sowjetischen/russischen Panzer. Ebenso wurde mehr Platz im Turm geschaffen. Charakteristisch für den IS 3 ist jedoch seine Wannenfront. Es wurden zwei Panzerplatten gegenander verschweißt so dass sie die Form eines umgekehrten V hatte. Das sollte die Geschosse zur Seite und nicht in Richtung Turm ableiten. Die Seiten waren ebenfalls angewinkelt. Insgesamt war der Panzer so gebaut, dass die Geschosse an ihm abprallen sollten. Der Vorteil war, dass dadurch Gewicht gespart wurde. Der Prototyp erhielt die Bezeichnung „Objekt 703“ und wurde mit Beginn der Fertigung im Mai 1945 in IS3 umbenannt. Wie oben erwähnt reichte es gegen die Deutschen nur bis zur Siegesparade.
Die Waffe im IS3 war immer noch die vom IS2 bekannte D-25T.

 

Der IS 4

Die Entwicklung begann auch während des 2.Weltkrieges im Jahre 1944. Der endgültige Prototyp wurde aber erst 1947 genehmigt. Von diesem Fahrzeug wurden nur 250 Stück gebaut, da er viele technische Schwierigkeiten hatte. Insbesondere seine Manövrierbarkeit war die Achillesferse.

 

Der IS 5

Ebenfalls im Jahr 1944 angestoßen, kam das Projekt nicht über Holzmodelle hinweg. Keine weiteren Informationen

 

Der IS 6

Obwohl in der „Zählung“ gleich hinter Fünf kommend, wurde der Panzer erste 1954 entworfen. Der IS 6 wurde in zwei Prototypen gefertigt. Das „Objekt 252“ hatte eine mechanische Kraftübertragung und das „Objekt 253“ einen elektromagnetischen Antrieb. Beide konnten nicht überzeugen und das Gefechtsgewicht von 51,5t zuverlässig bewegen. Bewaffnet war der Panzer immer noch mit der 122mm Kanone die man aus dem IS2 kennt.

 

Der IS 7

Der IS 7 ist noch knapp ein Kind des Krieges. Allerdings wurde während des Krieges nur ein Holzmodell gefertigt. Im Jahr 1946 griff man das Projekt wieder auf und konnte Ende des Jahres erfolgreich Prototypen testen. Bemerkenswert an diesem Panzer war sein neues Geschütz das 130mm hatte (C-70 genannt). Mit einem automatischen Lademechanismus gelang eine Feuergeschwindigkeit von bis zu 8 Schuss in der Minute. Allerdings waren die Sowjets noch nicht zufrieden und bauten eine noch bessere 130mm Kanone ein. Es war die S-70 L/54. Diese hatte dann auch den ersten Feuerleitrechner zur Unterstützung. Mit dem hohen Gefechtsgewicht von 68t hatte man nun aber die Grenze der taktischen Möglichkeiten erreicht und überschritten. Ein ähnliches Problem hatten die Deutschen im 2.Weltkrieg mit dem Tiger II.

 

Der IS 8/9/10

Dies ist eigentlich eine Fortentwicklung des einmal begonnenen Projektes IS8. 1948 erkannte man, dass ein geringeres Gefechtsgewicht die taktischen Möglichkeiten auf dem Gefechtsfeld deutlich erhöhten. Also wurde festgelegt, dass der Panzer weniger als 50t wiegen sollte. Eine Vielzahl von technischen und konstruktiven Mängeln führte zur Entwicklung von IS9 und später von IS10. Nach dem Tod Stalins wurde der IS10 in T10 umbenannt und war der letzte schwere Kampfpanzer der Sowjetunion. Mit Entwicklung des T64 wurde die Trennung von leichten, mittleren und schweren Panzern zugunsten des Allzweckpanzers eingestellt.
Vom T-10 wurden 3000 Stück gebaut. Als Hauptbewaffnung diente die 122mm (M-62-T2/L43) – allerdings erst ab 1957 im Modell T-10M

Quellen:
Buch „Soviet Tanks and combat vehicles of World War two”
Wikipedia.org
www.waffenHQ.de

Der Held von Scapa Flow

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Günther Prien

Günther Prien wurde am 16. Januar 1908, als ältester Sohn eines Richters in Osterfeld bei Naumburg geboren.

Nachdem er 1929, im Alter von 15 Jahren, die Schulausbildung beendete ging er zur Handelsmarine.  Sein Antrieb war einerseits der lang gehegte Wunsch Seemann zu werden, als auch der, seiner Mutter zu unterstützen, die in Leipzig getrennt vom Vater lebend an den wirtschaftlichen Folgen der Inflation litt. Entgegen den Wünschen seiner Mutter bestritt er den langen beschwerlichen Ausbildungsweg, beginnend mit einer 3 monatigen Grundausbildung in Hamburg-Finkenwärder.

Nach dem Abschluss dieser Ausbildung fuhr er als Schiffsjunge auf dem Segelschiff „Hamburg“. In den folgenden 8 Jahren vervollkommnete er seine Fertigkeiten bis zu einem Maße, das für ihn später unverzichtbares Rüstzeug werden sollte. An Bord nahm er auch Aufgaben als Kajütjunge und Smutje war. Er bewährte sich an allen Arbeitsplätzen außer der als Smutje. Zur Verbesserung der Weißkohlfarbe mischte er etwas Bleimennige dem Essen bei welches zu Magenschmerzen bei seinen Kameraden führte und zum Ende seiner Laufbahn als Smutje.

Nachdem er alle Dienststellungen durchlaufen hatte qualifizierte er sich 1931 mit nur 23 Jahren für die Kapitänsausbildung. Ein Jahr später machte er das Patent für „Große Fahrt“.

Gerade mit dem Kapitänspatent ausgestattet wurde Prien Arbeitslos. Bis zu seinem freiwilligen Eintritt in die Reichsmarine leistet er mehrere Arbeitsdiensteinsätze ab. Prien trat am 16. Januar 1933 als einfacher Seemann der Reichsmarine bei. Dort brauchte man dringend neue Offiziersanwärter, nachdem am 26. Juli 1932 das Segelschulschiff Niobe im fehmarnbelt gesunken war. Dabei kamen zwei Drittel der Offiziersanwärter des Jahrgangs 1932 ums Leben. Seine Zuteilung erfolgte zur Crew 31. Die anschließende Infanterieausbildung absolvierte Prien vom 16. Januar bis Ende März 1933 bei der II. Abteilung der Schiffsstammdivision der Ostsee in Stralsund. Hier wurde Prien bereits am 1. März 1933 zum Fähnrich zur See befördert. Anschließend absolvierte Prien von April 1933 bis September 1934 einen Fähnrichlehrgang an der Marineschule Mürwik. Nach dessen Beendigung fungierte Prien vom 1. Oktober 1934 bis 30. September 1935 als Wachoffizier und Divisionsleutnant auf dem leichten Kreutzer Königsberg. Während dieser Zeit wurde Prien am 1. Januar 1935 zum Oberfähnrich zur See und am 1. April 1935 zum Leutnant zur See befördert.

Im Oktober 1935 wurde Prien zur U-Bootflotte überstellt. Zusammen mit dem später ebenfalls sehr erfolgreichen Kommandanten Joachim Schepke und Herbert Schultze nahm er sofort an der beginnenden Ausbildung teil. Die U-Bootschule hieß aus tarnungsgründen Unterseebootsabwehrschule, oder UAS, und wurde am 6 Juni 1935 unter das Kommando von Kapitän zur See Karl Dönitz gestellt. Die Ausbildungsboote waren vom Typ IIA und IIBs, wobei Priens Ausbildungsboot U-3 wurde, eines der neuen Typen IIA.

Am 11. Mai 1936 erfolgte seine Zuteilung zu U 26, wo Prien bis Ende September 1938 unter Kapitänleutnant Werner Hartmann als I. Wachoffizier fungierte. Zum Neujahrstag 1937 wurde Prien zum Oberleutnant zur See befördert. . In seine Bordzeit fielen auch mehrere Einsätze in spanischen Gewässern im Rahmen des Spanischen Bürgerkrieges. So vom 6. Mai bis 15. Juni 1937 und vom 15. Juli bis 30. August 1937.

Im Oktober 1938 wurde Prien in die Germaniawerft nach Kiel delegiert, wo er an der Baubelehrung für das im Bau befindliche U-47 teilnahm. Am 17. Dezember 1938 im Dienstgrad eines Oberleutnants zur See übertrug man Prien das Kommando über das Boot U-47 vom Type VIIB, obwohl er der jüngste aller auf den neuen Booten eingesetzten Offizire war. Dies geschah jedoch nicht ungerechtfertigt. Sein Boot wurde der U-Flottille Wegener unterstellt. Am 1. Februar 1939 wurde Prien zum Kapitänleutnat befördert.

Bei Kriegsausbruch im September gelang es Kapitänleutnant Prien als Erstem die erfolgreiche Versenkung eines Feindschiffes auf seiner ersten Feindfahrt: Am 05. September, nur zwei Tage nach Beginn der Feindseligkeiten gelang ihm die Versenkung des britischen Dampfers Bosnia. Der Angriff geschah mit der den U-Boot-Assen eigenen Ritterlichkeit. Nachdem das britische Schiff erfolglos zur Übergabe aufgefordert war, wurde es mit dem Decksgeschütz beschossen. Erst nach Rettung der Besatzung aus dem gekenterten Rettungsbooten und Übergabe der geschlagenen Besatzung an einen neutralen norwegischen Dampfer wurde die Bosnia mit einem Torpedo versenkt. Menschenleben waren bei diesem Angriff nicht zu beklagen. An den beiden folgenden Tagen wurden die britischen Frachter Rio Claro und Gartavon versenkt. U-47 lief am 15 September wieder im Stützpunkt ein und zehn Tage später wurde Prien für seine Verdienste das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.

Scapa Flow

Der erfolgreiche Einbruch von U 47 unter KptLt. Günter Prien in den britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow gehört zu den spektakulärsten Einzelaktionen des 2. Weltkrieges. Dieser Einbruch gehört aber gleichzeitig zu einem der am meisten von den verschiedenen Propaganda-Apparaten verdrehten Aktionen dieses Krieges. Selbst bis heute ist es noch nicht gelungen, die zahlreichen sich widersprechenden Behauptungen wissenschaftlich zu ordnen und ein objektives Bild des Geschehens zu zeichnen. Einen nicht gerade kleinen Anteil an dem Fortbestand dieser Unklarheiten hat aber auch das britische Verteidigungsministerium, das immer noch nicht die britischen Unterlagen zu diesem Ereignis freigegeben hat, obwohl diese schon seit 1964 nicht mehr als geheim eingestuft sind.

Scapa Flow war schon während des 1. Weltkrieges mehrfach von U-Booten angegriffen worden. Alle Angriffe waren aber fehlgeschlagen. Neben möglichen militärisch wertvollen Versenkungen würde ein erfolgreicher Einbruch vor allem für die Propaganda gut sein. Ein Angriff auf Scapa Flow war also schon lange eine geistige Spielerei von Dönitz gewesen. Am 1. Oktober 1939 tat er den ersten Schritt um den Plan nun auch in die Tat umzusetzen. Korvettenkapitän Sobe und die Kapitänleutnante Wellner und Günter Prien hatten sich beim Führer der U-Boote (FdU) Karl Dönitz zu melden. Dort unterbreitete Dönitz Prien seinen Plan und ließ Wellner und Sobe ihre bei Feindfahrten gesammelten Informationen zu Scapa Flow vortragen. Die Entscheidung, ob Prien den Angriff auf Scapa Flow führen wollte hatte Dönitz Prien selber überlassen. Aber nach eingehendem Studium der Karten und sonstigen zur Verfügung stehenden Informationen, teilte Prien Dönitz seinen positiven Entschluss mit.
Unter größter Geheimhaltung begann nun die Ausrüstung von U 47 für diese Feindfahrt. Statt der an Bord befindlichen Druckluft-Torpedos wurden Elektro-Torpedos eingeladen, da diese keine Blasenspuren hinterließen und so schlechter zu identifizieren waren. Am 6. Oktober war U 47 einsatzklar. Noch immer wusste keiner an Bord, wohin die Fahrt gehen sollte. Erst ein unerwarteter Zwischenfall mit KptLt. Barten, dem Kommandanten von U 40, führte dazu, dass er sich entschloss seinem 1. Wachoffizier (1 WO) Oberleutnant z.S. Engelbert Endrass und seinem Obersteuermann Wilhelm Spahr reinen Wein einzuschenken. Barten waren bei seiner Rückkehr nach Kiel an U 47 vorbeigelaufen und hatten Prien über Megaphon scherzhaft gefragt, ob der denn nach Scapa Flow auslaufen würde. Prien war wie vom Donner gerührt gewesen. Alle Mann an Bord und entlang des Kais hatten die Bemerkung von Barten gehört. Andererseits war der Angriff auf Scapa Flow ein gern gemachter Scherz, da alle U-Boot-Fahrer von dieser Möglichkeit fasziniert waren. Selbst wenn ein englischer Agent anwesend gewesen sein sollte, hätte er dieser Bemerkung doch wohl kaum irgendwelche Bedeutung beigemessen.
Am nächsten Tag lief U 47 aus. In den frühen Morgenstunden des 13. Oktobers, einem Freitag (für die stets abergläubischen Seeleute ein durchaus in beide Richtungen zu deutendes Omen) bezieht U 47 seine Warteposition vor den Orkneyinseln. Das Wetter ist fast zu gut über einen Einbruch. Der Himmel ist nur schwach bewölkt und es weht nur ein schwacher Nordostwind. Prien legt das Boot auf Grund und schickt die entbehrlichen Mannschaften in ihre Kojen.

In der folgenden Nacht ist es dann soweit. Prien bringt U 47 in die nördliche Zufahrt nach Scapa Flow. Der Himmel ist von einem Nordlicht hell erleuchtet. U 47, das aufgetaucht seinen Einbruch versuchen muss wäre also ohne weiteres zu entdecken. Aber Prien lässt sich davon nicht sonderlich beeindrucken, schließlich wird ihn die unerwartete Helligkeit auch helfen das Boot sicher durch die Sperrschiffe zu lotsen. Prien wollte durch den am östlichsten gelegenen Zugang, dem Kirk Sound nach Scapa Flow eindringen. Der Kirk Sound ging wie der Skerry Sound vom Holm Sound ab und führte nordöstlich um die kleine Insel namens Lamb Holm und war nur mit drei Speerschiffen blockiert. Der Skerry Sound führte zwischen der größeren Burray Insel und dem beiden kleineren Inseln Lamb Holm und Glims Holm durch, war aber im Bereich zwischen Glims Holm und Burray durch Untiefen für ein U-Boot nicht schiffbar und der Durchgang zwischen Glims Holm und Lamb Holm war durch vier Speerschiffe unpassierbar gemacht worden.
Durch ein eiliges Tauchmanöver vor einem nicht näher bestimmbaren Frachter in seiner Navigation gestört drehte Prien das Boot versehentlich zu früh auf Westkurs und fuhr dabei in den Skerry Sound ein, statt in den Kirk Sound. Es gelang aber noch gerade rechtzeitig den Fehler zu bemerken und durch eine schnelle Kurskorrektur doch noch planmäßig in den Kirk Sound einzulaufen. Nun musste sich U 47 durch die dort verankerten Sperrschiffe durchschlängeln. Dabei kam es gleich zweimal zu einer beinahe Katastrophe. Zum einen wurde das aufgetaucht fahrende U-Boot von einem Autofahrer entdeckt, der unverzüglich wendete um nach Scapa zurückzufahren und zum anderen lief das Boot während der Durchfahrt zwischen den Speerschiffen auf Grund. Beide Ereignisse blieben aber trotz ihres Potentials zur Katastrophe ohne jede Folge.
Der weitere Weg in die Hauptbucht nach Scapa Flow war nun frei und man machte sich zum Angriff auf die von der Luftwaffe gemeldeten Schlachtschiffe bereit. Aber die Suche blieb zunächst erfolglos. Beide Hauptankerplätze waren völlig verlassen. Erst in der Nordbucht entdeckte man einige dunkle Silhouetten von Kampfschiffen. Prien und die übrigen Männer im Ausguck glaubten zwei Schlachtschiffe erkennen zu können, die leicht gestaffelt hintereinander lagen. Prien, Endrass (1 WO) und v. Varendorff (2 WO) identifizierten die Schiffe als Repulse und ein weiteren Schlachtkreuzer. Nachdem U 47 bis auf 3.000 Meter an die beiden Ziele ran war, gab Prien um 0.58 Uhr den Befehl vier Torpedos abzufeuern. Doch durch einen sog. Rohläufer, also einem Torpedo der im Abschussrohr stecken geblieben war, waren nur drei Torpedos zu ihren Zielen unterwegs. Aber lediglich einer der drei Torpedos traf und verursachte eine gedämpfte Explosion auf dem weiter hinten gelegenen Ziel. Frustriert über diesen Fehlschlag ließ Prien das Boot auf Gegenkurs wenden und die freien Rohre nachladen. Auch der aus dem Heckabschussrohr abgefeuerte Torpedo brachte keinen Erfolg.
Ob die Fehlschüsse auf ein Versagen der doch recht anfälligen Elektro-Torpedos zurückzuführen war oder es daran lag, dass Prien auf ein Geisterschiff gezielt hatte ist nicht zu klären. Tatsächlich fanden britische Taucher einige Tage später die beiden Blindgänger. Die Identität des zweiten Schiffes, das Prien und seine Leute als Repulse identifiziert hatten und auf das die drei Torpedos gezielt hatten ist bis heute unbekannt. Die Briten behaupten die Repulse wäre zur Zeit des Angriffes auf See gewesen und die HMS Pegasus, ein altes Flugzeugmutterschiff, bzw. das Ankertau bzw. ein Lagerraum der HMS Royal Oak wären getroffen worden. Die Unklarheit, was der einzelne Torpedo nun genau getroffen hatte spricht dafür, dass hier die Gerüchte schneller in Kraut schossen als es die Wahrheit konnte, oder dass man die Wahrheit nicht ganz geglückt hatte verändern wollen. Die Repulse, ausgerechnet jenes Schiff, dass Prien ganz sicher zu erkennen glaubte, sollte nicht dagewesene sein. Es gab zu dieser Zeit nur vier größere Kampfschiffe mit zwei Schornsteinen, die HMS Repulse, die HMS Renown, die HMS Hood und die HMS Iron Duke. Die HMS Renown war bereits in See um die Graf Spee im Südatlantik zu jagen und lag in Freetown. Von der HMS Repulse hieß es bei der britischen Admiralität nur knapp, sie wäre ebenfalls in See gewesen, später hieß es sie hätte zu dieser Zeit in Rosyth gelegen. Die HMS Hood, die zur Angriffszeit im Loch Ewe gelegen haben soll, wurde am 21. Oktober, also nur eine Woche später, beobachtet, wie sie sich nur mühsam und mit stark verminderter Fahrt durch die See schob. Ein Grund für einen solchen Schaden lässt sich ihrem Logbuch nicht entnehmen. Bliebe noch die HMS Iron Duke, die auch nach amtlichen Angaben in Scapa Flow lag, allerdings im Marinestützpunkt an der Ostküste von Hoy, gegenüber dem Switha Sound. Dort wurde sie drei Tage später von vier Ju-88 Bombern der I/KG 30. dennoch angegriffen und getroffen. Offiziell wurde sie durch die dicht neben ihr explodierten 500 kg Bombe versenkt. Eine solche Versenkung durch einen Nahtreffer macht aber nur dann einen Sinn, wenn das Schiff zuvor schon beschädigt gewesen wäre. Die Verlegung eines beschädigten Schiffs auf einen anderen Ankerplatz wäre durchaus möglich, ja sogar wahrscheinlich gewesen. Was von all diesen Vermutungen bleibt, ist, dass es eine Explosion gegeben hat. Diese hat sich allem Anschein nach im Bugbereich der HMS Royal Oak ereignet, da anders die von mehreren Stellen gemeldete interne Explosion genau zu diesem Zeitpunkt nicht zu erklären ist. Eine dieser Meldungen stammt von dem Kapitän des Schiffes Capt. Benn, der noch nichts vom einen U-Boot-Angriff ahnte und der daher wohl kaum ein Interesse daran gehabt haben dürfte, zu diesem Zeitpunkt irgendetwas zu verschleiern. Wenn noch ein weiteres Schiff hinter der HMS Royal Oak lag, so ist es nicht getroffen worden. Prien und seine Wachoffiziere sind zweifelsfrei erfahrene Seeleute gewesen, die ein Schiff von einer häufig vorkommenden Schattenspiegelung zu unterscheiden wussten. Die britische Admiralität war dafür bekannt, dass sie nur ungern log und stattdessen lieber nur ein Teil der Wahrheit sagte. Sie hat den Treffer auf der HMS Royal Oak zugegeben. Von einem zweiten Schiff, zwischen der Royal Oak und der Pegasus hat sie aber nie etwas gesagt, allerdings auch nie bestritten, dass sich dort ein weiteres Schiff aufgehalten haben könnte.
Im Hafen blieb es ungewöhnlich ruhig. Man hatte die einzelne Explosion wohl nicht als Torpedoangriff erkannt. Lediglich am Ufer wurden einige Suchscheinwerfer eingeschaltet. Scapa Flow war in den vergangenen Tagen gleich zweimal von Maschinen der Luftwaffe überflogen worden, ein Luftangriff war also nicht unwahrscheinlich. Als die vorderen Rohre nachgeladen waren, wendete Prien U 47 erneut und griff ein zweites Mal an. Noch immer gab es keine nennenswerten Reaktion auf die Präsenz von U 47. Diesmal ging Prien dichter ran um einen erneuten Fehlschuss zu vermeiden. Hinter den beiden Schiffen war nun noch ein weiteres Schiff in Sicht gekommen. Ein Tanker oder das Flugzeugmutterschiff Pegasus, vermutete man auf U 47. Aus weniger als 1.500 m Entfernung gab Prien um 1.22 Uhr den Befehl die Rohre, 1, 2 und 4 abzufeuern. Diesmal trafen alle drei Torpedos. Das Ziel, dass Prien bei der Dunkelheit nicht hatte identifizieren können, war die HMS Royal Oak gewesen. Den drei durch die Einschläge der Torpedos verursachten Explosionen folgten mehrere weitere Explosionen im Inneren des Schiffes. Eine dieser inneren Explosionen ereignete sich in einer der Munitionskammern und zerriss das ganze Schiff, das binnen kürzester Zeit kenterte.
An Bord der HMS Royal Oak war man nicht im Geringsten auf einen Torpedoangriff vorbereitet gewesen. Die erste Explosion um 1.02 Uhr Ortszeit (0.02 Uhr deutscher Zeit) hatte man nach britischen Angaben für eine kleinere interne Explosion in einem der Vorratsräume des Schiffes gehalten. Der Schaden war offensichtlich nur gering. Als dann um 1.24 Uhr die nächsten drei Torpedos einschlugen war man völlig überrascht. Nun war zwar klar, was hinter der ersten Explosion steckte, aber es blieb keine Zeit mehr die Mannschaft zu alarmieren und schnell genug von Bord zu bringen. Erst jetzt begann man auch an anderer Stelle zu begreifen, dass sich ein Eindringling in Scapa Flow befand. Eiligst wurden die zur Sicherung eingesetzten Zerstörer und Wachboote ausgesandt um das feindliche U-Boote zu finden und zu versenken. Wie groß die Ungläubigkeit und Verwirrung war zeigte sich auch daran, dass ein Zerstörer nach Angaben der Besatzung von U 47 sie zwar auffasste, aber wohl für ein eigenes Depotschiff gehalten hatte, da er trotz unbeantwortet gebliebener Blinkkennung wieder abdrehte. U 47 entkam so fast unbehelligt auf dem gleichen Weg, wie es gekommen war. Ein Grund dafür mag auch sein, dass die Briten aus menschlich nur allzu verständlichen Gründen lieber ihren Kameraden in Not zur Hilfen kommen wollten, als einen abziehenden Feind zu versenken. In dieser Nacht fanden 833 Seeleute der HMS Royal Oak (29.000 BRT) den Tod, unter ihnen auch Konteradmiral Blagrove und Capt. Benn.

Nachdem auch der Ausbruch gelungen war, brachte Prien U 47 auf Heimatkurs. Tauchte dann aber um nicht unnötigerweise auf dem Heimweg von der nun ohne Zweifel aufgeschreckten RN entdeckt  versenkt zu werden. Den Nachrichten der BBC entnahm Prien später, dass das gesunkene Schiff die HMS Royal Oak gewesen war. Von dem zweiten Schiff wurde nichts gemeldet. Trotzdem meldete er seine Beschädigung in seinem Kampfbericht über Funk an den FdU. Hitler war inzwischen informiert worden und hatte die gesamte Mannschaft in Abwesenheit mit Orden ausgezeichnet. Kurz vor dem Einlaufen erhielt U 47 dann aus der Hand des 1 WO jenen “Wütenden Stier von Scapa Flow” auf den Turm gemalt, das Erkennungszeichen für U 47.
Als U 47 am 17.Oktober um 11.44 Uhr wieder wohlbehalten in Kiel festmachte, wurde Prien und seine gesamte Besatzung begeistert gefeiert. Zu seiner Begrüßung waren unter anderem auch Großadmiral Erich Raeder und Kpt.z.S. Karl Dönitz erschienen. Dönitz, der den Einsatz ja geplant hatte, wurde auf dem Deck von U 47 zum Konteradmiral befördert. Prien erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse. Seiner gesamten Besatzung wurde das EK II verliehen. Prien und seine Besatzung wurde in einem Privatflugzeug Hitlers nach Berlin geflogen und erhielt dort am 18. Oktober aus der Hand des Führers, als erster Soldat der U-Boot-Waffe,  persönlich sein Ritterkreuz. Unter den Millionen Männern, die in der Wehrmacht dienten oder für Deutschland kämpften, wurden nur 7313  mit dieser Auszeichnung geehrt. Der damals in Berlin weilende amerikanische Autor und Journalist William L. Shirer beschrieb Prien und seine Besatzung wie folgt:

Kapitän Prien, der Kommandant des U-Bootes schneite am Nachmittag in unsere Pressekonferenz im Propagandaministerium, gefolgt von seiner Besatzung-lauter Jungs von 18, 19, 20 Jahren. Prien ist dreißig, athletisch, etwas gedrungen ein fanatischer Nazi und offenbar fähig. Vorgestellt durch Hitlers Pressechef, Dr. Otto Dietrich, der dauernd über England fluchte und Churchill einen Lügner nannte, erzählte Prien wenig über seine Taten, außer dass es einfach für ihn war, hinter die Barriere zu gelangen, die die Bucht schützen sollte. Ich hatte den Eindruck, dass er einfach hinter einem englischen Schiff, z.B. einem Minensucher hinterhergefahren ist, obwohl er nichts in dieser Hinsicht sagte. Die englische Nachlässigkeit muss ja wohl groß gewesen sein.

 

Es ranken sich viele Gerüchte und Theorien um Priens erfolgreiche Feindfahrt gegen Scapa Flow. Einige bestreiten bis heute, dass U 47 der Einbruch gelungen ist. Die HMS Royal Oak sei ohne jede Feindeinwirkung nur aufgrund heftiger interner Explosionen gesunken. Andere wollen noch einen von Land aus zugestiegenen Agenten namens Wehring-Örtel beteiligt wissen, der den Angriff führte. Beide Theorien sind völlig haltlos und werden von keinem vernünftigen Historiker vertreten. Ebenso ranken sich um das weitere Schicksal von Prien etliche Gerüchte. Alle Geschichten, von davon berichten, dass Prien nach dem Krieg in Deutschland, den USA oder Südamerika gesehen worden sein soll, entstammen, wie bei solchen Meldungen üblich, der überschäumenden Phantasie der Presse und der vermeintlicher Augenzeugen. Prien war ein Zugpferd für die deutsche Propaganda. Das Ansehen der U-Boot-Waffe profitierte enorm von solchen Gestalten wie Prien, die es verstanden die Ereignisse “volksnah” zu schildern. Wer das Logbuch von U 47 liest, merkt gleich, dass Prien viele der Sätze schon mit Bedacht auf den Ruhm nach der erfolgreichen Durchführung der Operation geschrieben haben muss.
Offen bleibt nur die Frage nach dem zweiten Schiff. Die HMS Pegasus, wie es einige britische Stellen behaupteten, war es mit einiger Sicherheit nicht. Ihre Silhouette war unverwechselbar, selbst bei Nacht und zudem lag sie viel zu weit westlich, wie sich während der Rettungsmaßnahmen für die Seeleute der HMS Royal Oak zeigte, denn die von der HMS Pegasus ausgesetzten Rettungsboote kamen viel zu spät beim Wrack der Royal Oak an. Der genaue Standort der HMS Pegasus lässt sich, wie so vieles in dieser Nacht, nicht mehr genau bestimmen. Jeder Zeuge platziert sie woanders. Es bleibt nur abzuwarten, was die britischen Dokumente ans Licht bringen werden, wenn sie denn jemals veröffentlicht werden sollten. Aber gleich ob und wenn welches zweite Schiff sich noch hinter der HMS Royal Oak verbarg, am erfolgreichen Einbruch von U 47 vermag diese Frage nichts zu ändern. Die Lage im Hafen machte einen sofortigen Rückzug notwendig, Prien hätte also vermutlich eh keinen weiteren Schaden mehr anrichten können.
Das man bei der britischen Admiralität übrigens intern mit der Möglichkeit eines Angriffes genau in der Weise wie Prien ihn durchführte gerechnete hatte, zeigte sich daran, dass einem Befestigungsplan aus dem Jahre 1938 folgend, zufällig erst am Tag nach dem Angriff das zur Schließung der Lücke im Kirk Sound vorgesehene Sperrschiff eintraf. Natürlich traf man jetzt noch weitere Sicherungsmaßnahmen. Die gesamte Homefleet zog bis zur Fertigstellung der neuen Sicherungsanlagen in andere Häfen um. Dabei konnten noch zwei weitere Schiffe beschädigt werden.

Von Goebbels Propagandaministerium gefeiert und als leuchtendes Vorbild hingestellt, musste Prien doch bald wieder auf sein Boot als Teil einer wachsenden Riege von fähigen U-Boot-Kommandanten, die dem Gegner auf seiner atlantischen Nachschubroute größte Verluste zuzufügen verstanden, Verluste die selbst durch die Führer der Alliierten immer wieder als Geißel gebrandmarkt wurden, besonders oft aber von Winston Churchill. Die vielleicht wichtigsten Namen dieser Riege waren Otto Kretschmer (U-99), Herbert Schultze (U-48) und Joachim Schepke (U-100). Direkt nach der Verleihung des Ritterkreuzes wurde Deutschlands berühmtester “Kaleun” mit seiner Besatzung am 16. November wieder auf Feindfahrt in den bereits vertrauten Nordatlantik geschickt. Diese sollte sich als eine einmonatige strapaziöse Fahrt erweisen, auch wenn zwischen 5. und 7. Dezember drei Versenkungen erzielt wurden, und zwar der engl. Frachter Navasota, der norwegische Tanker M/S Britta, und der holländische Frachter Tajandoen.

Zuvor hatte Prien auf dieser Reise am 28 November den Schweren Kreuzer der “London”-Klasse Norfolk angegriffen, der ihm durch U-35 unter Kapitänleutnant Werner Lott per Funk angewiesen wurde. Lott war zu diesem Zeitpunkt “verschossen” er hatte keine Torpedos mehr. Prien näherte sich Norfolk äußerst vorsichtig, verfeuerte nur 1 Torpedo, der das Schiff auch offensichtlich traf. Beide Kriegsparteien stellten jedoch das Ergebnis dieses Beschusses ganz anders dar. Während Deutschland die Zerstörung des Kreuzers Norfolk bekannt gab, behaupteten die Engländer, es hätte gar keine Beschädigung gegeben. Am 18. Dezember lief Prien zu einem weiteren Heldenempfang in Kiel ein. Die Besatzung von Lott’s U-35 war nicht ganz so glücklich dran. Sie wurde am 29. November Opfer eines Luftangriffes. Die gesamte Besatzung konnte gerettet werden, wurde dann im Tower von London eingesperrt und später in ein Kriegsgefangenenlager in Kanada verbracht.

Das Blatt wendet sich: Desaster in Norwegen

1940 war auch das unangenehmste Jahr hinsichtlich der dauernden Probleme mit den Torpedos, die sowohl Prien als auch die anderen Kommandanten erlebten und die als Torpedo Krise in die Geschichte eingehen sollte. Dieses traurige Kapitel begann mit der ersten Feindfahrt im neuen Jahr als vierter insgesamt, wobei bei 19 Seetagen nur der dänische Dampfer Britta versenkt werden konnte. Den Höhepunkt der Krise stellte der Norwegenfeldzug dar, die Operation Weserübung, während der Prien und seine Kameraden mehr als oft genug Fächer auf Fächer gegen den Gegner verschossen, deren Torpedos dann als Frühzerspringer endeten oder überhaupt die Ziele nicht fanden.

Das wohl bezeichnendste Beispiel hatte Prien am Abend des 16. April 1940, als von seinem auf kürzeste Entfernung auf eine stehende wand von geankerten Schiffen abgeschossener Vierer-Fächer überhaupt keine Wirkung erzielte. Völlig unbeeindruckt machte Prien einen neuen Anlauf und verschoss noch einen Vierer-Fächer, wieder ohne Resultat. Schlimmer noch einer der Torpedos detonierte an der Küste des Fjords und alarmierte die alliierten Zerstörer. Als ob das nicht schon reichen würde, lief U47 auf eine nicht kartographierte Sandbank auf, wobei es eine Maschine beschädigte, sich aber selbst wieder freimachen konnte. Bei dieser Aktion hätte das Ende sehr schnell kommen können, da zwei Schlachtkreuzer im gegnerischen Geschwader fuhren.

Das Problem der Frühzerspringer führte zum Verlust einer Reihe von Booten und selbst Prien hatte großes Glück nach dem Zusammentreffen mit dem Schlachtschiff Warspite, nur ein paar Tage nach dem Desaster am Bydgenfjord. Auf eine Entfernung von nur 900m feuerte er zwei mal 1 Torpedo auf das Schlachtschiff, ohne das ein Torpedo getroffen hätte. Zusätzlich alarmierte ein Frühzerspringer die gesamte U-Jagdgruppe und Prien entkam gewissermaßen “auf dem Zahnfleisch”. Am 19.April vertraute er seinen Waffen nicht mehr, da von zehn Schüssen zehn Versager waren. Daher nahm er Abstand von der Verwendung der verbliebenen vier, die man wie sonst gerne auf dem Rückmarsch für einen Konvoi hätte verwenden können. Aber mit der einen beschädigten Maschine wäre das Risiko zu hoch, noch einen Feind anzugreifen. Bei der Darlegung seiner Entscheidung soll das Wort an Dönitz gerichtet gefallen sein, “man könne nicht von ihm verlangen, mit einem Spielzeug zu kämpfen”.

Die pannenbehafteten Feindfahrten 4 und 5 waren zweifelsohne der unproduktivste Teil von Priens erfolgreicher Karriere. U-47 hat bei 43 Seetagen und unter Verwendung fast aller Torpedos nur eine Versenkung erzielen können.

Das „Glück“ kehrt zurück

Der Sommer 1940 zeitigte für die Deutsche Wehrmacht eine Reihe großer Erfolge. Frankreich schnell erobert, England auf den Knien, die fällige Invasion erwartend(Operation Seelöwe). Dieser Zeitraum wurde von dem mittlerweile in Rudeltaktik die leichtbewaffneten Atlantik-Konvois bekämpfenden U-Bootfahrern als “die glückhafte Zeit” bezeichnet. Prien vergaß sehr schnell die unschöne 5. Feindfahrt vor Norwegen und legte am 03.Juni 1940 zu einer langen 34-tägigen Feindfahrt ab, auf der er die größten Erfolge seiner Laufbahn hinsichtlich versenkter Schiffe und Tonnage hatte, nämlich 8 Schiffe und sagenhafte 51189 Tonnen versenkten Schiffsraums. Opfer wurden die engl. Frachter Balmoral Wood, Fernando und Empire Toucan, der in Panama registrierte Dampfer Catherine, der Norwegische Frachter M/S Lenda, der holländische Tanker Leticia, und der Griechen-Frachter Georgios Kyrikides.

U-47′s bedeutsamstes Opfer seiner Reise war auch zugleich das letzte versenkte Schiff, der engl. Transporter Arandora Star, der vor dem Krieg ein bekanntes Kreuzfahrt Schiff war. Prien unbekannt war die Tatsache, dass sich 1800 Passagiere an Bord befanden, von denen die meisten deutsche und italienische Kriegsgefangene und zivile Internierte waren, die nach Kanada verbracht werden sollten. Trotz dieser Ladung deutete nichts weiter auf die Verwendung des Schiffes hin, sodass Prien den Dampfer wie jeden anderen Feind auch behandelte. Nur eine Stunde nach dem Torpedo-Beschuss vom 02.Juni sank das Schiff auf höchst dramatische Weise und riss 805 Menschen mit sich, wovon etwa 700 Deutsche und Italiener waren. Es hätten noch sehr viel mehr sein können, wenn nicht sofort andere englische Schiffe die schiffbrüchigen überlebenden aufgenommen hätten. Dieser Tatsache völlig unbewusst wurde Prien von der Seekriegsleitung wieder in den höchsten Tönen gelobt, die Tatsache, dass die Arandora Star bewaffnet und neutral gekennzeichnet war, hätte Prien auch keine andere Wahl gelassen als so zu handeln, wie durchgeführt.

Nach fast zwei Monaten Ruhe und Werftüberholung lief U-47 Ende August wieder aus und beteiligte sich an einem neuen Massenversenken auf dem Atlantik. Im Verlaufe seiner 31-tägigen Feindfahrt versenkte Priens Boot 7 Schiffe mit 34973 t angefangen mit dem belgischen Einzelfahrer Ville de Mons torpediert am 2. September und dem engl. Dampfer Titan, der zwei Tage später auf Grund geschickt wurde.

Das war aber nur ein Vorspiel in der erfolgreichen Phase Priens, der sich zusammen mit U-65 unter Kapitänleutnant Hans-Gerrit von Stockhausen über den langsamen Konvoi SC-2 her. Am Morgen des 7.Septenber lief Prien seinen Angriff, bei dem er drei Schiffe traf, die engl. Dampfer Neptunian und José de Larrinaga sowie den norwegischen Dampfer D/S Gro  in nur 1½ h. Zwei Tage später musste auch noch der griechische Dampfer Possidon dran glauben.

Mit nur noch einem übrigen Torpedo wurde U-47 nach seinen Erfolgen als Wetterboot (Fühlungshalter) eingesetzt, einer trivialen, aber wichtigen Aufgabe für die Gesamtlage. Am 20.September sichtete es den Konvoi HX-72 mit 40 Fahrzeugen und sammelte weitere 8 Boote zum Angriff. Da es seine Aufgabe erfüllt hatte, wurde es zurückbeordert. Prien nahm noch am Angriff teil und feuerte seinen letzten Torpedo auf den engl. Dampfer Elmbank ab, der daraufhin noch mit der 8,8cm Bordkanone beschossen wurde, bevor er vom Nachbar-Boot U-99 unter Kapitänleutnant Otto Kretschmer versenkt wurde.

U-47 kehrte am 25.September Nach einer weiteren erfolgreichen Reise zum neuen Stützpunkt Lorient zurück. Der einzige “Dunkle Fleck” auf dieser Reise war der tragische Verlust des Stabsobergefreiter Heinrich Mantyk, der am 05.September beim Bedienen des Bordgeschützes über Bord ging.

Der Angriff auf Konvoi HX-79 „Die Nacht der langen Messer“

Als sich das Kampfesglück nach Verlust der Luftschlacht um England von Deutschland abwendete, versuchte der OB der U-Flotte, Dönitz, möglichst viele seiner Boote im Kampf gegen die alliierten Konvois draußen zu haben. Prien und seine Besatzung erhielten nur 14 Tage Urlaub, denn am 14. Oktober musste er mit seinem Mannen wieder raus in den Nordatlantik. Schon am 19.Oktober sichtete Prien den Konvoi HX-79 auf seinem Weg von Liverpool nach Halifax, Nova Scotia. Vier weitere Boote stießen zum Konvoi um dann eine “konzertierte Aktion” in der gegnerischen Reihenfolge durchzuführen.

Priens erster Erfolg war ein Torpedotreffer im Unterwasserbereich des holländischen Dampfers Bilderdijk. Anschließend griff er gleichzeitig den engl. Tanker Shirak und den Frachter Wandby an. Während die Shirak schnell durch U-48 unter Kommandant Günther Bleichrodt erledigt werden konnte, wurde die Wandby tödlich getroffen, ging aber erst zwei Tage später unter. Dieser Angriff setzte sich in den Morgenstunden des nächsten Tages fort, an dem U-47 in weniger als zwei Stunden drei weitere Gegner angriff, nämlich die engl. Frachter La Estancia und Whitford Point, und den engl. Tanker Athelmonarch. Während der Tanker weiteren Angriffen ausweichen konnte, setzten die beiden Frachter zur letzten Fahrt auf den Meeresgrund an.

Das total verschossene U-47 wurde nach St. Nazaire zurückbeordert, wo es am 23.Oktober anlegte. Das Boot war kaum 10 Tage auf See, die kürzeste aller bisherigen Feindfahrten. Obwohl Prien für sich nur die Versenkung von 4 Schiffen mit zusammen 22014 Tonnen beanspruchte, machte die deutsche Propaganda daraus 8 Schiffe mit 55500 Tonnen, die Priens Boot dann über die magische 200.000 Tonnengrenze führte. Als dies Hitler zu Ohren kam, schickte er ein Glückwunschtelegramm zur Erreichung dieses “Meilensteins”. Nach diesem erfolgreichen Angriff kehrte er nach Deutschland zurück, um als erster Soldat der der Marine und Wehrmacht das Eichenlaub in Empfang zu nehmen.

Am 3. November 1940, gerade ein Jahr nach Scapa Flow, legte der erst kürzlich ausgezeichnete Eichenlaubträger schon wieder von den eigenen Gestaden ab. Zusätzlich zur regulären Besatzung stieg ein Kriegsberichterstatter, Wolfgang Frank mit ein, der vom Leben an Bord berichten sollte, ähnlich wie Lothar-Günther Buchheim, der Autor des Buches Das Boot. Auch wenn sich Prien nicht vor Lob versteckte, denn vieles war schwer erarbeitet, vermied er doch Übertreibungen seiner Leistungen und seines Rufes. Nachdem Wolfgang Frank nun diesen Kommandanten kennenlernen durfte, schloss er sich dessen Sichtweise an und belächelte die vielen Übertreibungen. 1942 schrieb Frank dann das Buch “Prien greift an”.

Innerhalb der ersten Woche nach Auslaufen von St.Nazaire glaubte er, seinen nächsten Gegner getroffen zu haben, den portugiesischen Frachter Gonçalo Velho, der unter Bordkanonenbeschuss geriet. Nach Feststellung seiner Neutralität konnte er weiterfahren. Dieses kurze Ereignis war das Vorspiel zu einem langen Zeitraum an Tatenlosigkeit, besonders weil der Kriegsberichterstatter an Bord nur über die wenig hilfreichen Wetterbedingungen schreiben konnte. Endlich, am 2. Dezember 1940 war der unfruchtbare Fluch der Untätigkeit gebrochen durch Sichtung des nächsten Konvois von Halifax nach Liverpool, HX-90. Begleitet von sechs weiteren Booten verlegte man dem Konvoi den Weg, aber nach Priens Maßstäben war der Erfolg eher gering. Ein erfolgreicher Angriff wurde auf den belgischen Frachter Ville d’Arlon durchgeführt und ein Treffer erzielt auf dem engl. Tanker Conch (wurde später nochmal beschossen durch Typ VIIC U-95 unter Gerd Schreiber und schließlich durch Kretschmer’s U-99 versenkt), trotzdem war diese Feindfahrt für alle eher enttäuschend.

Am Nikolaustag 1940 schließlich lief U-47 wieder in Lorient ein, aber trotz der Zusage von Weihnachtsurlaub und Werftgrundüberholung des Bootes blieb die Stimmung der Besatzung über diese glücklose neunte Fahrt länger erhalten. Obwohl von der Propaganda immer noch als Held gelobt, überholte ihn Otto Kretschmer, für dessen U-99 irrtümlich die Versenkung von 250.000 Tonnen gemeldet worden war.

In dieser für viele typisch deutschen Geschichte von berühmten Soldaten des Zweiten Weltkrieges versuchte Dönitz, Prien im Ausbildungsgeschwader unterzubringen, aber der vom Deutschen Volk geliebte “graue Wolf” zog es vor, sich den Gefahren des Nordatlantiks auszusetzen. Gestärkt nach hochwillkommenem Urlaub und einem komplett überholten Boot stich Prien zu seiner zehnten Feindfahrt in See.

Die letzte Fahrt

Am 20. Februar 1941 lief U 47 zu seiner zehnten und letzten Feindfahrt von Lorient aus. Am Nachmittag des 25. Februar traf es mit U99, unter Führung von Karitänleutnant Otto Kretschmer, zusammen. Es war das letzte Mal, dass Priens Boot gesehen wurde. Auf dem Weg zu Irlands Westküste begegnete man dem ablaufenden Konvoi OB-290. Nach der Meldung Priens befahl die SKL (Seekriegsleitung) weiter Boote an den Konvoi, als diese aber nicht pünktlich eintrafen, entschloss sich Prien, allein anzugreifen. Sein erstes Opfer wurde der belg. Frachter Kosongo, kurz nach Mitternacht am 26. Februar torpediert und kurz darauf folgend ein Torpedotreffer auf dem brit. Tanker Diala von 8100 t, der schwer beschädigt wurde. Innerhalb einer Stunde hatte Prien die Rohre nachladen lassen und beschoss sein zweites und drittes Opfer des Tages, den schwedischen Frachter M/S Rydboholm und den norwegischen Frachter Borglund.

Bei der Bekämpfung von Konvoi OB-290 kam U-47 eine Schlüsselrolle zu, es führte die gefährlichen FW 200 Condor immer wieder an die langsamen Handelsschiffe heran. Bei einem einzigen Angriff mit sechs Maschinen versenkten diese sieben Frachter und beschädigten einen Achten. Am 28. Februar lief U-47 ein Nachzügler aus dem heimgesuchten Konvoi vor die Rohre, der engl. Dampfer Holmelea, der mit der 8,8 cm schnell abgefertigt wurde. Der Dampfer war der vierte auf der zehnten Feindfahrt und der 30. seit Beginn des Krieges. Die Stimmung hob sich weiter, als am nächsten Tag die Beförderung Priens zum Korvettenkapitän bekanntgegeben wurde.

U-47 musste über eine Woche warten, um seinen nächsten Gegner zu finden, die Terje Viken, ein 20180 t großer Walfänger aus dem auslaufenden Konvoi OB-293 vom 07. März 1941. Zwei Torpedos wurden auf den Walfänger erfolgreich abgeschossen, als sich U-47 plötzlich von mindestens vier Zerstörern gejagt sah, darunter auch die Wolverine, kommandiert von Commander James Rowland.

Der genaue Ablauf der Zerstörung von U 47 ist nicht bekannt. Lange Zeit nahm man an, dass die britischen Zerstörer HMS Wolverine und Verity das U-Boot mit Wasserbomben versenkten. Doch heute weiß man, dass damals U A von der Wolverine angegriffen wurde. Es kehrte sehr schwer beschädigt zurück nach Lorient. Andere in Frage kommende Möglichkeiten sind Bedienfehler, Hüllenbruch oder Treffer durch eigenen fehlgeleiteten Torpedo. U 47 könnte durch einen Tauchunfall verlorengegangen sein. Eine von Otto Kretschmer geäußerte Theorie besagt, dass U 47 durch einen eigenen Torpedo versenkt wurde. Dies könne durch einen Torpedokreisläufer geschehen sein. Dieser führte durch einen Fehler in der Torpedosteuerung dazu, dass der Torpedo nach dem Ausstoß aus dem Torpedorohr nicht in den Geradeauslauf überging, sondern eine Kreisbahn beschrieb und das U-Boot selbst traf. Sicher ist allerdings nur, dass sich das Boot nach dem 7. März 1941 nicht mehr gemeldet hat. Der Verlust von Prien und U 47 war ein schwerer Schlag für die deutsche U-Boot-Flotte, da er nahezu gleichzeitig mit dem Verlust von U 99 (Kretschmer) und U 100 (Schepke). Vermutlich um nicht den Verlust der drei bekanntesten Kommandanten dieser Zeit auf einmal bekanntgeben zu müssen, wurde erst am 24. Mai der Verlust des Bootes bekanntgegeben.

 

 

 

Urlaubstipps…Teil 3…Phaic Tăn – Das Land des verkrampften Lächelns

So….nun ist es zum letzten Mal soweit. Diesmal führt uns die Reise nach Südostasien in das wunderschöne Phaic Tăn. Eine überwältigende Explosion der Bilder, Geräusche, Geschmäcke, Gerüche und nicht zuletzt des Dickdarms. Eines ist jedoch sicher….dieses Paradies geht nach kurzen Aufenthalt in Fleisch und Blut über.

Autohupen gehen hier automatisch alle 10 Sekunden los.

Die fruchtbare Provinz LUT SHAM DINGH – wo glückliche Bauern Heu einholen, um ihre eigentliche Ernte Opium zu tarnen.

Phaic Tăn ist ein Land der Gegensätze. Hier tragen Verkehrspolizisten Atemschutzmasken, Chirurgen eher nicht. Das Wegwerfen von Abfall ist strafbar, jedoch straffrei das Eintreiben von Mieten durch Folter. Eine Medaille bei den Paralympics kann das Land, trotz hohen Anteil an Amputierten, nicht vorweisen. Rucksacktouristen wie auch Luxusreisende werden von dem Land angezogen wie die Fliegen. Phaic Tăns Zauber ist so groß, dass viele Besucher, die nur eine Woche bleiben wollten, nie wieder abreisen (lesen Sie mehr dazu im Reiseführer im Kapitel „Rauschgift/Strafen“).
Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Wer historisch interessiert ist, wird die vielen Ruinen im ganzen Land bewundern (Tempel, Paläste, öffentliche Krankenhäuser), Naturliebhaber werfen sicher einen Blick auf die seltenen, im Osten heimischen Irrawaddy-Flussdelphine. Sonnenanbeter sind im Westen richtig, wo sie an der Küste am Pool entspannen oder zum spektakulären, künstlich gefärbten Riff hinaus schnorcheln können.

Auch die Küche Phaic Tăns ist weltbekannt. Mit einer feurige Mischung aus Chili, Knoblauch und Pfeffer, zu der gelegentlich Speisen hinzugefügt werden kann man sie getrost als „explosiv“ bezeichnen. Welches Tier man isst, ist daran zu erkennen, was ins Maul gestopft wurde. Während es bei Schweinen und Ziegen traditionell ein Apfel ist, sind es bei Hunden eher Tennisbälle. Warum auch immer…..

In Phaic Tăn befinden sich einige der niedrigsten Landstriche Südostasiens. Hier feiert eine typische Familie den Beginn der Trockenzeit.

Phaic Tăn hat eine abwechslungsreiche Topographie zu bieten. Man findet tropische Regenwäldern, zerklüftete Berge, weiten Ebenen, Flussdeltas und eine lange, größtenteils von Wasser gesäumten Küste. Man unterscheidet zwei Jahreszeiten. Eine kurze aber heiße Regenzeit und eine längere noch heißere verregnete Zeit. Beste Reisezeit ist Juni/Juli (Trockenzeit) wo die Niederschläge 495 mm betragen. Daher kommt wohl auch die Bezeichnung „Achselhöhle Südostaseien“.

Phaic Tăns Bevölkerung wird durch einen steten Strom neu einwandernder Volksgruppen und Touristen bestimmt, der für neue kulturelle Impulse sorgt. So brachten Ende des zweiten Jahrtausends v. Chr. chinesische Einwanderer Bronze, Messing, Zinn und Jade ins Land. Damit wurde der wohl erste Souvenirladen Asiens eröffnet
Ab dem 7. Jahrhundert strömten Kaufleute und Missionare aus Indien ins Land. Während die Kaufleute wenig Einfluss entwickelten führten  die Missionare Bingo ein.
Viele historische Baudenkmäler, wie zum Beispiel die 1135 erbaute Riesenwasserrutsche von Nha Trang, zeugen von Phaic Tăns überwältigendem kulturhistorischem Erbe.

Leider ist auch die Geschichte  Phaic Tăns von Blutvergießen und Gewalt geprägt.
»… nie zuvor ist mir ein streitsüchtigeres, kriegerischeres Volk begegnet, das bei der kleinsten Provokation zu Gewaltausbrüchen neigt«, schrieb 1712 der Anthropologe Jules Grenouille, kurz bevor ihn ein Mönchsnovize mit dem Messer erstach, weil ihn das Kratzen von Grenouilles Schreibfeder nervte.
Um kriegerischen Neigungen einzudämmen, wurde durch die Regierung vor einigen Jahren Östrogene in das Trinkwasser gemischt. Das führte zwar einem Rückgang von Gewaltverbrechen, aber auch zu einem enormen Anstieg von Buchklubgründungen.

Einer der wenigen Luxushotels

Die genaue Bevölkerungszahl liegt weiterhin im Dunkeln, da in diesem buddhistischen Land viele Bürger dazu neigen, bei Volksumfragen neben ihrem gegenwärtigen auch ihre früheren Leben anzugeben. Außerdem wurden die, der mit der letzten offiziellen Volkszählung beauftragten Beamten,  gekidnappt, weshalb die Zahlen zwangsläufig unvollständig sind. Die großen Ballungszentren leiden jedoch an der Überbevölkerung. Um dies zu senken, wurden zahlreiche Projekte in Angriff genommen. So z.B. wurde das Tempolimit auf 340 km/h erhöht und das Einzäunen von Gruben und Schwimmbäder verboten. Auch die Wiedereinführung von verbleitem Benzin war hilfreich.

Beachten Sie bitte, dass Tradition in diesem Land großgeschrieben wird. Besonder sollten sie die differenzierten Begrüßungsformeln beachten, die in Form von Rumpfbeugen mit genau vorgeschriebenem Neigungswinkel durchzuführen sind. Äußern Sie unter keinen Umständen offene Kritik. Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Ihr Gegenüber niemals sein Gesicht verliert. Übrigens….ein Faustkampf gilt in Phaic Tăn als Zeichen größten Respekts, besonders wenn dabei Blut fließt.

Die traditionelle Begrüßunghaltung heißt Kop. Sie wird auch zur Selbstverteidigung eingesetzt.

Wer die Kultur gänzlich begreifen möchte, muss sich mit dem phaic-tănesische Buddhismus auseinandersetzen. Hier glaubt man an die Vier einfachen Wahrheiten, die zum Achtfachen Pfad führen, der als Die Dreizehn Wege bekannt ist (Mathematik spielt in diesem Glaubenssystem eine untergeordnete Rolle). Es ist beispielsweise erlaubt, vor dem Fernseher zu meditieren, solange der Ton abgestellt ist. Sie erreichen das höchste Ziel, wenn sie sich von der Welt zu lösen und einen Zustand des Nirwana zu erreichen oder, wenn das nicht gelingt, Bangkok.

Phaic-Tănesisch ist mit durchschnittlich 192 Silben pro Minute eine der schnellsten Sprachen der Welt und damit für Touristen schwer lernbar sowie für Taubstumme nahezu unmöglich von den Lippen ablesbar. Schwierig ist auch die Tatsache, dass die Bedeutung eines Wortes von der Betonung abhängt. „ha“ kann beispielsweise „Pferd“, „Baum“, „Wolke“, „Frieden“, “Nachmittag“, oder „Sie stehen auf meinem Fuß“ bedeuten. Hier spielen Tonlage und Nachdruck der Äußerung eine wichtige Rolle.
Unglücklicherweise richten sich die Wörter nach dem Geschlecht und Kaste des Sprechers. Daher gibt es einen formellen komplizierten Stil oder eben ein „Umgangs-Phaic-Tănesisch“, das im wesentlichen aus Spucken besteht.
„Ho, drong kuak houy dra bulak jquay young“ kann z.B. bedeuten “Nein, ich möchte nicht in den Schmuckladen Ihres Bruders“ oder „Ich brauche eine neue Hose“
Auch wenn sich die Einheimischen über ihren Versuch freuen, Phaic-Tănesisch zu sprechen sollten sie immer damit rechnen, dass dies eine ungewollte Verlängerung Ihres Aufenthaltes mit sich bringen könnte.

Kommen wir nun zu den Reisetipps:

Trotz einer wenig ruhmreichen Sicherheitsbilanz, erhielt die Royal Fok Tok Airlines kürzlich eine Auszeichnung für das »Bestgekleidete Flugbegleitpersonal«.

Phaic Tăn erreichen sie nur mit der nationalen Fluglinie Royal Fok Tok Airlines (benannt nach einem flugunfähigem einheimischen Vogel). In den letzten Jahren wurde die Sicherheit stark verbessert, nachdem 1996 ein Passagierjet ca. 57km über die Landebahn hinausschoss. Seitdem ist frei umherlaufendes Vieh verboten. Umstritten ist die Anweisung, 10 min vor der Landung die Motoren auszuschalten um Treibstoff zu sparen und die Umwelt zu schonen. Gute Nachrichten für Raucher! Rauchen an Bord ist nicht nur erlaubt, sondern wird auch gefördert. Das glimmen der Zigaretten ersetzt die fehlende Kabinenbeleuchtung.

Vor der Einreise müssen Sie ein Visum beantragen. Das kann mehrere Wochen dauern. Da der verbundene Papierkram sehr kompliziert ist, werden häufig Reiseveranstalter damit beauftragt. Diese sind jedoch von unterschiedlicher Qualität. Sie sollten mit Skepsis reagieren, wenn von Ihrer Reisebegleiterin ein Passfoto in Unterwäsche gefordert wird.

Eine große Anzahl westlicher Markenprodukte wird in den Manufakturen Phaic Tăns in Lizenz hergestellt – oder zumindest dem jeweiligen Original nachempfunden.

Natürlich sind Einfuhr bestimmter Waren (Drogen, Schusswaffen, Raumsprays und Fahrzeugauspuffe) verboten. Wer pornographisches Material einführen will, sollte daran denken, das Material für die Zollbeamten zu vervielfältigen. Alkohol darf bis zu einem Liter entweder in Flaschen oder im Blutkreislauf eingeführt werden. Ebenso dürfen Haustiere nur zum persönlichen Verzehr mitgebracht werden. Vergessen Sie nicht, sich vor der Abreise mit Luxus-Markenartikel, die extrem günstig angeboten werden, einzudecken. Beliebt sind u.a. Rolechs, Marlrbooro, Phephsi oder Rehbock. Viagra sind übrigens noch unter dem alten Markennamen „Fischermens Freund“ erhältlich.

Neben den üblichen Impfungen wie Cholera, Gelbfieber oder Hepatitis sind auch Tollwutimpfungen sinnvoll. Gerade wenn sie planen, mit dem Straßenverkäufern in Berührung zu kommen. Malaria gibt es in den Gebieten, wo sich große Wassermengen stauen (z.B. Hotelbadezimmer oder –pools).
Kochen Sie am besten alle Flüssigkeiten ab. Sollte sie die Reinheit des Getränkes immer noch nicht überzeugen, bietet sich an, Jod hinzuzufügen und einen Handfilter zu nutzen.

Um nicht zur leichten Beute zu werden besteht das ganze Geheimnis darin, nicht zu wohlhabend auszusehen. Statt wie vielen Touristen, die mit Videokameras und Schmuck herum protzen, sollte man sich als bettelarmer und  verkrüppelter Mann/Frau mit trockenem Husten und ungewaschenem Haar ausgeben. An besonders gefährlichen Orten kann man sich zusätzlich noch gut sichtbar in die Hose machen. Sightseeing mit Krücken dauert ein wenig länger, ist aber viel sicherer.

Ein letzter gut gemeinter Rat. Offiziell ist Prostitution verboten und derzeit Gegenstand einer groß angelegten staatlichen Untersuchung. Dies erklärt, warum in einschlägigen Etablissements so viele Minister und höhere Staatsbeamte gesehen werden, die sich in dieses komplexe Problemfeld einarbeiten. Daher werden Sie in unserem Reiseführer vergeblich nach einem entsprechenden Adressverzeichnis suchen. (Anm. Red.: Wir Redakteure mussten  nach zähem Ringen und hartnäckigen Boykottmaßnahmen dem Verlangen unserer Kolleginnen und unserer Ehefrauen nach freiwilliger Selbstzensur nachgegeben…)

Quelle: Reiseführer

Panzerkampfwagen V Panther Sd.Kfz. 171

Geschichte:
Der T-34/76 und KV-1 waren ein Schock für die deutsche Armee. Sie waren den bisherigen deutschen Modellen, ausser dem Tiger, überlegen und zusätzlich in grossen Mengen verfügbar.

Nach der Untersuchung von erbeuteten T-34 wollte die deutsche Armee ein vergleichbares Modell. Dieser Auftrag ging an “Daimler-Benz” und “MAN”.
Daimler-Benz schlug den VK3002(DB) vor, er war baugleich dem russischen T-34. “DB” steht für “Daimler-Benz”
MAN schlug den VK3001 vor, also den “heutigen” Panther, mit den bautypischen Merkmalen der deutschen Panzer (Antrieb vorne)
VORSICHT, der Name “VK3001″ und “VK3002″ werden öfters vertauscht/verwechselt!

Letzendlich entschied man sich für den VK3001, da der VK3002 technisch nicht vollständig entwickelt war, insbesonders bereiteten der Heckantrieb, die Blattfederung und der Dieselmotor grosse Schwierigkeiten. Der VK3001 hatte zudem noch die grössere Reichweite.

Der Panther ging 1943 in Serie. Er besass im Motorraum bereits eine automatische Feuerlöschanlage. Nach Fertigung von 250 Stück wurde der Panther mit einem leistungsstärkeren Motor ausgestattet. Statt der geplanten 75mm L/48 wurde die deutlich leistungsstärkere 75mm L/70 verbaut, die sogar der 88 L/56 überlegen war. Feindliche Panzer konnten nun auf einer Entfernung von 1.500 bis 2.000 m abgeschossen werden. Die obere Frontplatte war 80mm dick gepanzert, und die untere 60mm.

Das “Schachtellaufwerk” wurde vom Tiger übernommen, und war ein ziemlich effektives und ruhiges jedoch wartungsintensives Laufwerk.

Die 75mm hatte 2 Arten von panzerbrechenden Granaten, Panzergranate 39/42, mit 138mm Durchschlag auf 100m, und die Panzergranate 40/42 mit 194mm Durchschlag auf 100m. Aufgrund des Wolframkerns wurden nur wenige Panzergranaten 40/42 mitgeführt, weil dieser Rohstoff in Deutschland ziemlich knapp war.

Der Panther wurde erstmals an der Ostfront eingesetzt, er konnte jeden sowjetischen Panzer frontal durchschlagen, während der russische T34-85 die Frontpanzerung des Panthers nur schwer durchschlagen konnte. Allerdings war der Panther technisch nicht ganz ausgereift, bevor es überhaupt zu Kampfhandlungen kam, brannten 2 Panther beim ausladen aufgrund eines Motorenschadens komplett aus. Von den 200 eingesetzten Panther vielen 44 wegen technischen Mängeln aus.
Erst 1944 wurde der Panther ähnlich zuverlässig wie der Pzkw IV, was die technische Seite betrifft.
Er war sehr mobil, sehr gut bewaffnet, und frontal gut gepanzert, allerdings war die Seitenpanzerung recht dünn, weshalb er öfters zusammen mit dem Pzkw IV als Flankenschutz eingesetzt wurde.
Der Panther wurden nach dem 2.Weltkrieg von allen Konfliktparteien als “bester mittlerer Panzer” bewertet, und wurde für mehrere Jahre in Frankreich weiterverwendet. Die Kanone des Panthers wurde später für den AMX 13 weiter produziert.

Antrieb:
Der Panther wurde im wesentlicehn mit zwei Motorenvarianten ausgeliefert:
-Maybach HL 210 P 30 mit 650PS (die ersten 251 Stück)
-Maybach HL 230 P 30 mit 700PS (ab Mai 1943)
Er erreicht damit eine Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h (46 km/h Dauerleistung). Er kann auf dem Punkt wenden.

Besatzung:
Die Besatzung besteht aus 5 Mann. Kommandant, Richtschütze, Fahrer, Funker und Ladeschütze.

Bewaffnung:
Der Panther wurde standardmäßig mit der 7,5 cm Kampfwagenkanone 42 L/70 (75mm KwK L/70) ausgestattet

Für den Panzerkampfwagen V “Panther”, Ausf. F wurde bei Skoda in Pilsen die 7,5- cm- Kampfwagenkanone 44/1 L/70 entwickelt. Mit der “Saukopfblende” ergab sich ein Waffengewicht von 1920 kg.
Das Turmzielfernrohr 13 (monokular) konnte mit 2,5- und 6facher Vergrößerung verwendet werden. Wichtigste Neuerung war jedoch der Einbau eines stereoskopischen Entfernungsmessers, welcher dazu beitragen sollte, die Treffsicherheit bei Schießen auf Entfernungen über 2000 m zu verbessern.

Weiterhin ist die 7,5- cm- Kampfwagenkanone 44/2 L/70 mit einer mechanischen Ladeeinrichtung erprobt worden. Das Gewicht lag bei 3400 kg; davon wurden drei Stück gebaut.

(Originaltext von Kolaski, WoTForum, dt.WoTNL)

 

Die Geschichte des Johnny Walker Whiskys

Ich persönlich bin nicht so der Fan von Blended oder Bourbon Whisky sondern bevorzuge ganz klar einen puren Single Malt ohne Cola oder sonstiges.
Dennoch gibt es auch ein paar sehr gute Blended Whiskys die sich dann auch gut mir Cola mischen lassen oder sie man sogar pur trinken könnte.
Einer der sehr guten Blend-Whiskys ist der Johnnie Walker. Zwar kein Single Malt aber ebenfalls aus Schottland, was ja bekanntlich für gute Whiskys steht.
Was ein bisschen schade ist, ist dass man nie weiß was tatsächlich die genauen Whiskysorten sind, sie sich in einem Blendes Scotch befinden. Beim Red Label von Johnny Walker vermutet man, dass bis zu 40 verschiedene Whiskys verwendet werden. Aber vielleicht macht dies den Johnny Walker auch gerade so besonders, sodass er sowohl pur als auch mit Cola sehr gut schmeckt.

Eine Besonderheit des Johnny Walkers ist natürlich die typisch rechteckige Flaschenform und dem seit 1909 als Firmenlogo eingesetzten Striding Man.
Vor allem auch die unterschiedlichen Werbeslogans wie „Born in 1820 – still going strong“, „Der Tag geht – Johnnie Walker kommt“, „Keep Walking“ machen ihn aufgrund der Werbung und Slogans weltweit bekannt. Heute ist der Johnny Walker der bekannteste und zugleich meistverkaufte Blended-Whisky der Welt.

Vor allem die Geschichte des Johnny Walkers ist sehr interessant. Hierzu gibt es einen sehr bemerkenswerten Kurzfilm, der in Cannes sogar mit einem Goldenen und einem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde. In dem Kurzfilm erzählt der Schauspieler Robert Carlyle mit seinem sympathischen schottischen Akzent die 200 jährige Geschichte von Johnny Walker. Dabei ist Robert Carlyle  wirklich sehr zu loben, da er die Geschichte an einem Stück erzählt hat und was auch in einem Stück gefilmt und später nicht geschnitten wurde.
Aber macht euch selber ein Bild davon und schaut euch den Werbespot auf alle Fälle einmal an.

(Publiziert am 4. Februar 2012 von Friederike Hartwig auf http://www.whiskeyblog.de)

James Longstreet

“Unless he offers us honorable terms, come back and let us fight it out.” (James Longstreet zu Robert E. Lee am 09.April 1865 – Appomattox Court House)

Am 8.Januar 1821 erblickte James Longstreet als fünftes Kind eines Farmers das Licht der Welt in South Carolina. Schon in frühen Jahren erhielt er, angeblich wegen seines unerschütterlichen Charakters, den Spitznahmen „Peter“ der später als „Pete“ oder „Old Pete“ erhalten blieb. Ursprünglich hatte seine Familie holländische Wurzeln und der Name leitet sich von „Langestraet“ („lange Straße“) ab. Die ersten neuen Jahre lebte er auf der elterlichen Farm.

Ob nun der junge James von einer militärische Karriere träumte oder sein Vater entschied, dass sein Sohn eine militärische Laufbahn einschlagen sollte ist nicht ganz klar. Allerdings konnte man damals auf dem Land nicht die entsprechende schulische Voraussetzung erlangen. So wurde er zu seinem Onkel Augustus Baldwin Longstreet geschickt. Dort, in Augusta, lebte Longstreet bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr. 1833 starb sein Vater und die Familie (ohne Longstreet) zog nach Alabama.

 

 

1837 hätte J.Longstreet bereits auf die United States Military Academy (besser bekannt als „West Point“) gehen sollen. Aber die Plätze waren alle besetzt. Erst 1838 war es dann soweit. Er kam nach West Point.
Dort blieb er bis 1842 und war einer der schlechtesten Schüler seines Jahrganges. Er widmete sich eher den körperlichen als den geistigen Herausforderungen. Als 54. (von 56) schloss er schließlich sein Studium ab. Allerdings schloss er viele Freundschaften mit seinen Mitschülern. Vielen davon begleiteten ihn auf den Schlachtfeldern des Sezessionskrieges. So z.B. Pickett, Hill, Hood. Er sollte aber auch einigen Freunden als Gegner begegnen, z.B. Thomas oder Lee’s Gegenspieler Ulysses S.Grant. Aus seiner Abschlussklasse wurden 16 Generäle im Bürgerkrieg, was wieder mal beweist, dass „gut in der Schule“ nicht auch „gut im Leben“ bedeutet.

Sein erster „Dienstposten“ war dann als Leutnant im 4th US Infantry Regiment in Missouri. Wenig später traf auch sein damals bester Freund Leutnant Ulysses S. Grant ein. 1848 heiratete er Maria Louisa Garland, die Tochter seines Regiments Kommandeurs. Die Ehe dauerte über 40 Jahre und hatte 10 Kinder. Schon hier bewies er sich in verschiedenen Missionen.

Während des Mexikanischen-Amerikanischen Krieges diente er im 8th US Infantry Regiment. Während des Krieges wurde er aufgrund seiner Tapferkeit zweimal befördert (Captain und Major) In der Schlacht von Chapultepec wurde er am Oberschenkel verwundet. Nachdem er diese Verwundung auskuriert hatte, wurde er nach Texas kommandiert, wo er zunächst als Zahlmeister (Dienstgrad Major) diente. Als der Süden sich schließlich vom Norden lösen wollte, war Longstreet nicht begeistert davon. Jedoch die Ausbildung bei seinem Onkel (der zeitlebens das Recht der Einzelstaaten auf Selbstbestimmung vertreten hat) und die Tatsache, dass er ein Kind des Südens war, bekräftigte seine Entscheidung im Juni 1861 das US Heer zu verlassen und Alabama (für die er in West Point war) seine Dienste anzubieten. Dass er der „Senior West Point graduate“ war, sicherte ihm auch einen angemessenen Rank zu.

In Richmond angekommen, erfuhr er, dass er den Rang eines Brigade Generals erhalten hat und das Kommando über eine Brigade (Drei Regimenter). Seine Feuertaufe erlebte seine Brigade in „Blackburn’s Ford“, einem „Vorgeplänkel“ der ersten Manassas Schlacht. In der Schlacht spielte Longstreet eher eine untergeordnete Rolle. Im Oktober wurde er schließlich zum Generalmajor befördert und zum Divisionskommandeur (4 Brigaden plus einer Freiwilligenbrigade) in der Army of Northern Virginia ernannt.

Eine persönliche Tragödie traf in 1862. Bei einer Scharlach Epidemie in Richmond verlor er 3 Kinder. Nur sein 13 jähriger Sohn überlebte. Dies änderte sein Leben von Grund auf. Von nun an trank er selten Alkohol und in Poker-Runden sah man ihn gar nicht mehr.

Es folgten Erfolge in den Gefechten bei Yorktown und Williamsburg. In der Schlacht von Seven Pines machte auch er Fehler und der Sieg der Konföderierten wurde sehr teuer erkauft. Überhaupt brachte die „Sieben Tage Schlacht“ (Seven Pines war eine davon) eine Wende für den kommenden Kriegsverlauf. Der Kommandeur der North Virginia Army, der „vorsichte“ Johnston, wurde durch den aggressiven Robert E. Lee ersetzt.
Von nun an wurde Longstreet ein wichtiger Untergebener und Berater Lee’s. Während General Jackson den linken Flügel der Armee führte, übernahm Longstreet den rechten. Ebenso war er oft der defensivere der beiden Generäle.

In der Schlacht von Antietam (die blutigste ein Tages-Schlacht des Krieges) gelang es, nur wegen Longstreets taktischen Geschicks, eine Unionsarmee zu besiegen, die doppelt so stark war, wie die des Südens. Zu Beginn des Gefechtes waren die Kräfte sogar noch ungleicher verteilt, da der Süden nur die Divisionen Longstreets (plus eine Div von Gen Hill), insgesamt 18.000 Mann zur Verfügung hatte. Gegenüber stand die gesamte Unionsarmee (ca 69.000 Soldaten). Die Schlacht brachte Longstreet einen weiteren „Spitznamen“ ein. Fortan wurde er von Lee „Old War-Horse“ (alter Haudegen) genannt.
Er wurde zum Generalleutnant befördert (Okt 1862) und zum Kommandeur des ersten Korps der Nord Virginia Armee. In der Schlacht von Fredericksburg errang der Süden einen weiteren großartigen Sieg, bedingt durch Longstreets defensive Haltung.

Dann kam der Juli 1863 und die Schlacht bei Gettysburg. Mit mehr als 70.000 Mann marschierte die Armee in Richtung Norden. Ziel war, Philadelphia und Washington D.C. zu bedrohen, den Norden zu einer entschiedenen Schlacht zu zwingen. Longstreet erreichte das Schlachtfeld erst am Nachmittag des 1.Juli. Sofort erkannte er, dass die Stellungen der Potomac Armee (Norden) entlang des Cemetery Ridge als sehr verteidigungsstark. Er schlug vor, die Stellungen weitesgehend zu umgehen und, für den Süden, günstigeres Schlachtfeld zu finden. Lee lehnte es ab.

So erhielt Longstreet den Auftrag, am 02.Juli den linken Flügel der Potomac Armee anzugreifen. Aufgrund verschiedener Gründe erfolgte der Angriff erst am späten Nachmittag und traf au heftigen Widerstand. Es gelang zwar die steinige Enge „Devils Den“ zu nehmen, aber für die Einnahme des „Round Top“ und des „Little Round Top“ fehlte es einerseits an Angriffskraft (hohe Verluste der Konföderierten) und andererseits am „Heldenmut“ des 20.Maine Regiments. Ohne Munition warf dieses Regiment die Konföderierten mit einem Bajonettangriff zurück.

Am Abend beurteilten Lee und Longstreet die Lage völlig unterschiedlich. Während Lee der Meinung war, das ein kräftiger Frontalangriff die Entscheidung herbeiführen sollte, war Longstreet der Meinung, dass der Angriff über ein offenes Gelände in ein Desaster enden würde.

Der Angriff wurde befohlen und ging unter dem Namen „Picketts Charge“ in die Geschichte eine. Mehr als 150 Kanonen bereiteten den Angriff vor. Jedoch hielt der Norden dagegen. Fast ebenso viele Kanonen führten zum größten Artillerieduell der amerikanischen Geschichte. Gegen 1500 Uhr schickte Longstreet die Division Pickett vor. Die Gesamtstärke betrug ca 13.000 Mann. Die freie Fläche die es zu überqueren galt, war mehr als eine Meile breit. Immer wieder mussten Soldaten über Zäune steigen. Das Musketen Feuer und das Kartätschen Feuer der Unionsartillerie schossen den Angriff zusammen. 200 Mann erreichten die Stellung der Union (ein Steinwall mit Namen „The Angle – später High Water Mark oft he Confederacy). Der Süden verlor fast 6000 Mann bei diesem Angriff, darunter alle Brigade und Regimentskommandeure der Pickett Division.

Mitte August 1863 wurde Longstreets Korps der Tennessee Armee von General Bragg unterstellt. Im Sept siegten die Konföderierten nur durch Longstreets militärischem Geschick. Jedoch untersagte Bragg die Zerschlagung der Reste der Unionstruppen. Dies führte zum Zerwürfnis mit Bragg und er wurde im Winter wieder der Nord-Virginia-Armee unterstellt. Verbittert darüber, dass man seiner Meinung nach nicht den unfähigen Bragg ablöste, reichte er selbst seinen Abschied ein. Dieser wurde jedoch abgelehnt.

Im Mai 1864 wurde Longstreet schwer verwundet und kehrte erst im Herbst 1864 zurück. Er konnte den Unionstruppen jedoch nur noch kleine Niederlagen zufügen. Am 09.April 1865 kapitulierte Lee und der Krieg war beendet.

Nach dem Krieg zog Longstreet mit seiner Familie nach New Orleans. Erst 1868 erkannte der Kongress ihm wieder die Bürgerrechte zu. Er trat der republikanischen Partei bei, was ihm im Süden keine Sympathien einbrachte, und unterstützte die Kandidatur seines alten Freundes Grant. Immerhin wurde er dadurch Inspekteur der Zollverwaltung von New Orleans und Kommandeure der Miliz und Staatspolizei. 1874 wurde er, bei Unruhen, erneut verwundet.

 

 

 

1880 wurde er Botschafter der Vereinigten Staaten im Osmanischen Reich. Im Anschluss war er dann US Marshal. Als 1885 ein Demokrat Präsident wurde, endete seine politische Karriere. Fortan war er Farmer in Gainesville. Dort starb auch seine frau Louise im Jahr 1889. Er heiratete 1897 erneut. Seine Ehefrau, Helen Dorch, war erst 34 Jahre alt und sollte bis 1962 leben. James Longstreet starb am 2.Januar 1904 als letzter Überlebender des Generalstabes des Bürgerkrieges an einer Lungenentzündung.

 

Nach dem Krieg war Longstreet umstritten. 1872 hatte ihn der Südstaatengeneral Early als Hauptverräter ausgemacht, dessen Verhalten entgegen den Anweisungen Lees am zweiten und dritten Tag der Schlacht von Gettysburg die Niederlage herbeigeführt hatte. Dabei hatte Lee nie seine Unzufriedenheit mit dem Verhalten Longstreets ausgedrückt. Longstreet war auch deshalb der geeignete Verräter, weil er nach dem Krieg mit Präsident Grant zusammenarbeitete und der Republikanischen Partei beitrat. Erst 1875, viel zu spät, widersprach Longstreet. Auch seine Memoiren änderten nichts daran.

In der Erinnerung vieler Menschen blieb Lee der Führer, dessen Soldaten für ihn durchs Feuer gingen. Gleichzeitig stellte Lee das Idealbild eines Südstaaten-Gentlemans dar, eines Mannes, der selbstlos und gottesfürchtig Virginia und der Konföderation diente. Lee galt lange Zeit als unantastbar und auch Historiker sparten ihn bei kritischen Äußerungen aus.

Longstreet war, neben Lee, der bekannteste und erfolgreichste General der Konföderierten. Er stand für eine ausreichende Vorbereitung seiner Männer und Gefechte. Dass er lieber defensiv agierte als offensiv hat man ihm zwar oft vorgeworfen, aber der Erfolg gab ihm recht. So manche Schlacht wurde durch ihn entschieden und so mancher überlebte, weil er die richtigen Entscheidungen traf.

Urlaubstipps…..Teil 2….San Sombrèro (Karibik, Karneval und Kakerlaken)

Willkommen zurück zur Fortsetzung meines kleinen Blogbeitrag über Urlaubstipps die niemand braucht. Nachdem wir letztes Mal in eher kühleren Regionen unterwegs waren, geht es heute nach San Sombrèro.

San Sombrèro – Mittelamerikas vergessenes Juwel – liegt zwischen Pazifik und Karibischem Meer. Höchster Punkt des Landes ist der Volcan Tenoria in der Provinz Guacomala, tiefster Punkt ist das Torrillo’s, eine Kellerdiskothek im Norden der pulsierenden Hauptstadt Cucaracha City.
Guacomala ist die bergigste und am schwersten zugängliche Provinz im äußersten Süden des Landes. Hier finden Besucher feuchtwarme Regenwälder, Wasserfälle, heiße Quellen, explosive Geysire, exotische Tiere und hoffentlich auch ihren Führer wieder, damit er sie aus dieser trostlosen Wildnis hinausführt.

In der exotischen Provinz Lambarda im Osten San Sombrèros befinden sich einige der beliebtesten Strände und Urlaubsorte des Landes. Trotz aller Bauexzesse und der damit verbundenen Umweltschäden hat sich dieser Küstenabschnitt seine atemberaubende Schönheit bewahrt, besonders bei Nacht.

Die Küste von Lambarda ist schick, sexy, kosmopolitisch – aber leider auch oft sehr teuer.
Bitte achten Sie bei Ihrem Strandbesuch auf die landestypisch korrekte Bekleidung.
Nur wenige Regionen beschwören mehr Bilder in der Phantasie des Reisenden herauf als die Regenwälder Maraccas. Dichter Dschungel, üppige Fauna und eingeborene Völker, die so abgeschnitten sind von der modernen Welt, dass viele noch keinen DSL-Anschluss haben, machen diese Provinz zu einem Reiseziel von geradezu mythischer Dimension. Für abenteuerlustige Besucher hält die Provinz ein aufregendes Angebote bereit: Das neue Tourismusprojekt “Embedded & Breakfast” bietet ungewöhnliche Einblicke in den Alltag der kämpfender Truppenteile

Man weiß, dass San Sombrèro vor Ankunft der Spanier von verschiedenen indianischen Volksgruppen besiedelt war. Das älteste bekannte Volk lebte etwa fünfhundert Jahre früher:
Die Bollivquar waren wilde Krieger, die ihren Stamm als komplexe, hoch entwickelte Gesellschaft betrachteten – eine Ansicht, die mit der Tatsache kollidierte, dass sie niemals wirklich lernten, wie man Feuer macht, Abwassersysteme baut oder Aerobic betreibt. Sie lernten jedoch, wie man cohiba (Tabak) anbaut, der zum Hauptbestandteil ihrer Nahrung wurde, was vielleicht ihre ungewöhnliche Kleinwüchsigkeit erklärt.
Entdeckt wurde dieses paradiesische Eiland von Jorge Paradoure, der glaubte, einen neuen Seeweg nach Indien gefunden zu haben. Der legendäre Entdecker tat sofort zwei Dinge: Er nahm das Land für Spanien in Anspruch und ließ seinen Navigationsoffizier hängen.
In den nächsten Jahrzehnten erfuhr die Wirtschaft San Sombrèros einen beachtlichen Aufschwung und die Bevölkerungszahl der indigenen Bewohner einen rapiden Rückgang, was vor allem auf die Einführung prekärer Lebens- und Arbeitsverhältnisse (Sklaverei) zurückzuführen war.
Abgesehen europäische Rucksacktouristen, die in Zahlungsnot geraten sind gibt es die Sklaverei zum Glück nicht mehr.
1892 versammelten sich bei einer riesigen Kundgebung am Strand von Cucaracha City 120.000 Demonstranten, die freie Meinungsäußerung, allgemeines Wahlrecht und Eigentum für alle forderten. Nachdem sie mehrere Stunden getrunken und gegessen hatten, setzten sie noch öffentliche Toiletten auf die Liste ihrer Forderungen.
Um 4.30 Uhr am 8. September 1892 wurde die spanische Flagge heruntergerissen und durch ein fleckiges, rotweiß kariertes Tischtuch ersetzt, die Übergangsflagge San Sombrèros, das endlich eine unabhängige Nation war! Die offizielle Nationalflagge des heutigen San Sombrèros wird Camouflagio genannt.

Dank der aktiv betriebenen bevölkerungspolitischen Maßnahmen von Entdeckern, Eroberern, Piraten, Missionaren, Kolonialbeamten und (in jüngster Zeit) Touristen besteht die Bevölkerung San Sombrèros heute aus einem bunten Vielvölkergemisch.
Angeblich leben in San Sombrèro 8,6 Millionen Menschen, aber das ist nur ein ungefährer Wert, weil nie eine gründliche offizielle Volkszählung durchgeführt wurde. Um die Größe einer Familie zu schätzen, zählen Beamte oft nur die im Eingang eines Hauses herumlungernden Personen und multiplizieren die Zahl mit 11.
Die jüngste Volkszählung hat ergeben, dass offiziell 55 % der sansombrèrischen Bevölkerung weiß und größtenteils spanischer Abstammung sind. Etwa 14% sind schwarz und 23% Mulatten gemischter ethnischer Provenienz. Der Rest sind CIA-Agenten.

Auch wenn in San Sombrèro eigentlich Spanisch gesprochen wird, hat sich ein seltsamer Dialekt entwickelt, der Elemente der kastilischen Grammatik, der portugiesischen Aussprache und des indigenen Gebrülls kombiniert. Die größte Hürde, der sich Ausländer gegenüber sehen, ist die Geschwindigkeit, mit der San Sombrèrer sprechen. In der Tat gilt es als unhöflich, innerhalb eines Satzes Luft zu holen.
Die gute Nachricht ist, dass Englisch in ganz San Sombrèro weit verbreitet ist. Es ist Pflichtfach für alle Universitätsstudenten sowie für jeden, der in der Gastronomie arbeitet – die meisten Kellner schaffen es, Ihre Bestellung in einer ganzen Reihe von Sprachen falsch zu verstehen. Selbst die Kinder sprechen ein paar Brocken Englisch, aber weil sie es von amerikanischen Hip-Hop-Stars lernen, sollten Sie darauf gefasst sein, “pimp”, “bitch” oder „Motherfucker“ genannt zu werden. Nehmen Sie es nicht persönlich.
Versuchen Sie, einige Wörter Sansombrèrisch zu lernen. Die Einheimischen freuen sich, wenn sich jemand bemüht, ihre Sprache zu sprechen, und Sie werden sich wundern, wie schnell man Sie entweder versteht oder wegen Obszönität in der Öffentlichkeit verhaftet.

Reisetipps:
Die Ein- und Ausreisebestimmungen für San Sombrèro ändern sich mehrmals im Jahr. Bitte informieren Sie sich jedoch unmittelbar vor Reiseantritt über die derzeit geltenden Bestimmungen beim sansombrèrischen Fremdenverkehrsbüro in Cucaracha.
VORSICHT! Prüfen Sie die derzeitig gültigen Bestimmungen für die Ausreise, sobald Sie in San Sombrèro gelandet sind und kurz bevor Sie den Rückflug antreten wollen. In der Vergangenheit wurde gelegentlich von Fällen berichtet, in denen Touristen die Ausreise verweigert wurde. Diese sahen häufig einem ungewisses Schicksal entgegen, wurden gegen ihren Willen verheiratet oder landeten als Zwangsarbeiter in den Silberminen des Landes – manchmal auch beides.
Wie komme ich hin? Welche Fluggesellschaft fliegt San Sombréro an?
Nationale Fluggesellschaft ist die Aero Sombrèro, die ihr 50-jähriges Bestehen letztes Jahr mit einer Generalüberholung ihrer Flotte und einem Ölwechsel feierte. Aero Sombrèro bietet im Großen und Ganzen einen guten Service, auch wenn schon Bedenken über die Sicherheitsstandards geäußert wurden, speziell was die Personalstärke betrifft. So brachten mehrere Passagiere ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass der Co-Pilot während des Flugs die Getränke servierte.
Eine weitere Option ist die Aero Esperanza (oder Air-Mayday wie diese Gesellschaft in Luftfahrtkreisen genannt wird), eine Billigfluglinie, die eine der ältesten und am häufigsten reparierten Flotten der Welt ihr Eigen nennt. Die Ticketpreise sind normalerweise sehr niedrig, und man bekommt weitere Preisnachlässe, wenn man bereit ist, in der Toilette zu sitzen oder beim Starten des Propellers zu helfen. Manche Flüge haben sogar einen First-Class-Bereich (Clase Tropical), in dem zusätzliche Beinfreiheit durch Weglassen der Schwimmwesten geschaffen wird.

Kommt man in San Sombréro auch mit einem Pkw (Leihwagen) durchs Land? Gilt überhaupt mein Führerschein? Gibt es besondere, landestypische Verkehrsregeln?
San Sombrèro verfügt über etwa 27.000 km Straßen, von denen 15.500 aus Schlaglöchern bestehen. Während die Städte oft verstopft sind, wird der Verkehr dünner, sobald man aufs Land kommt. In manchen Regionen kann man den ganzen Tag fahren, ohne an mehr als einem Dutzend Fahrzeugen vorbeizukommen, von denen viele in Flammen stehen oder im Straßengraben liegen. Um in San Sombrèro fahren zu dürfen, muss man mindestens 21 Jahre alt sein, einen Führerschein besitzen und sein Testament gemacht haben. Letzteres empfehlen wir Ihnen auch dringend, wenn Sie einen Pkw leihen oder sich einem einheimischen Fahrer anvertrauen wollen. Prinzipiell gilt: Es gibt keine Verkehrsregeln, jedenfalls keine klar erkennbaren.

Müssen Frauen die alleine reisen vorsichtig sein?
Weibliche Reisende sollten extrem vorsichtig sein und nie länger als einige Sekunden mit jemandem Blickkontakt halten, weil sonst Flirtbereitschaft signalisiert wird. Der einzige Ort, an dem eine Frau in San Sombrèro einem Mann direkt in die Augen sehen sollte, ist beim Optiker. Seien Sie selbst dort auf sexuelle Annäherungsversuche gefasst.

Welche Währungen werden akzeptiert?
Die letzten Jahrzehnte waren nicht leicht für San Sombrèro. Das Land wurde von einer Hyperinflation heimgesucht. Da San Sombrèro über keine eigene Währung, geschweige denn über festgelegte Wechselkurse verfügt, unterliegen alle finanziellen Transaktionen den komplizierten Regeln des Tauschhandels und des Schwarzmarktes.
Immer noch sind in San Sombrèro Tierfelle (in Form gestohlener Pelzmäntel) und Perlenketten (aus den Hotelsafes – gerne auch lupenreine Diamanten und Edelsteine sowie hochkarätige Damen- und Herrenarmbanduhren) als Zahlungsmittel im Umlauf. Daneben akzeptiert man auch gerne alle Arten von Scheckkarten, gut gefüllte Brieftaschen, Handys, Fotoapparate oder Laptops.

Sind Impfungen notwendig? Wie ist die medizinische Versorgung?
Zur Einreise in San Sombrèro sind keine Impfungen notwendig, weil Regierungsprogramme schon vor Jahren die eklatantesten Unannehmlichkeiten wie Pocken und Gelbfieber für ausgerottet erklärt haben. Reisende sollten sich jedoch der Risiken bewusst sein, die mit ungenügender Hygiene, ungereinigtem Wasser, Moskitostichen, unverbundenen offenen Schnittwunden und ungeschütztem Sex einhergehen. Also Vorsicht bei Verabredungen mit Einheimischen!
San Sombrèro verfügt über ein passables Kliniknetz, weshalb Sie normalerweise jederzeit problemlos medizinische Versorgung bekommen. Sie sollten jedoch wissen, dass das Personal der meisten einheimischen Krankenhäuser aus Ärzten in der Ausbildung besteht, die darauf brennen, praktische Erfahrungen zu sammeln.
Alle internationalen Hotels verfügen über eine “24-Stunden-Krankenschwester” (so viele Stunden hat ihre Ausbildung gedauert). Diese Sanitäterinnen machen Zimmerbesuche und behandeln dort leichtere Beschwerden oder füllen – gegen ein kleines Trinkgeld – die Minibar wieder auf.

Quelle: Reiseführer

Sturmgewehr 44

 

Nachdem die deutsche Wehrmacht festgestellt hatte, wie erfolgreich das amerikanische Garand-Gewehr, ja, wie überlegen selbst noch das alles andere als problemlos funktionierende sowjetische Tokarew-Gewehr dem nicht-automatischen Gewehr war, beschloß Deutschland gleichzuziehen. Die randlose 7,92-mm-Mauser-Patrone des Karabiner 98K erwies sich für die automatischen Waffen als sehr geeignet und so wurde 1940 die Forderung nach einem automatischen Gewehr aufgestellt.

Angesichts dessen was es bedeutete, mitten in einem Krieg die Standard-Patrone, von der 8 Milliarden (!) für Infanterie-Waffen auf Lager waren, zu wechseln, muß das, was nun zur Entwicklung des Urvaters aller modernen Sturmgewehre führte, geradezu als unglaublich bezeichnet werden. Tatsächlich erwies es sich die Einführung des Sturmgewehres 44 als eine der kühnsten Ideen der Deutschen.

Während der Vorkriegsjahre hatten einige deutsche Stabsoffiziere eine sehr genaue Untersuchung über die Benutzung des Gewehrs bei der Infanterie angestellt. Sie waren dabei zum Schluß gekommen, daß die bisher üblichen Forderungen, wonach ein Gewehr eine Patrone großer Durchschlagskraft bis zu 2000 m weit verschießen müsse, nicht mehr der Realität entsprächen. Abgesehen von Scharfschützen kam es äußerst selten vor, daß ein Infanterist über Entfernungen von mehr als 400 m schießen mußte. Dafür aber genügte eine Patrone von geringerer Durchschlagskraft.

Deshalb stellten sie Spezifikationen für eine kurze Patrone und für ein einschüssiges Gewehr für diese Patrone auf. Waren die Patronen kürzer, konnten der Mechanismus und somit das ganze Gewehr kleiner und leichter gehalten werden. Hinzu kam außerdem, daß der Rückstoß der kleinen Patrone geringer sein würde, was wiederum Ersparnisse an Länge und Gewicht bedeutete. War aber die Munition kleiner, so wog sie weniger, und der Soldat konnte mehr tragen.

Um die Dinge etwas zu vereinfachen, wurde die bisherige Ausführung der Patrone aufgegeben und stattdessen eine neue geschaffen. Sie benutzte die Standardkugel des Kalibers 7,92 mm und eine Patronenhülse, die praktisch eine verkürzte der bisherigen war. Das bedeutete, daß die vorhandenen Maschinen für die Herstellung weiter benutzt werden konnten. Nachdem dies geklärt worden war, erhielten die Firmen Haenel und Walther den Auftrag, Prototypen von Sturmgewehren herzustellen. Wichtigste Forderung: Die Waffe mußte sich für eine schnelle Massenproduktion eignen.

Beide Entwürfe wurden 1942 fertig und als Maschinenkarabiner 42 (H) und 42 (W) bekannt.

Für Versuche an der Ostfront wurden zunächst je 5000 Sturmgewehre beider Typen hergestellt. Das Resultat war, daß der Walther-Entwurf fallengelassen wurde und der Haenel-Entwurf in Massenfertigung ging.

Doch nun gab es Schwierigkeiten. Die gesamte Waffen-Produktion mußte von Hitler persönlich genehmigt werden, und als ihm das Projekt unterbreitet wurde, weigerte er sich, die Weiterführung zu genehmigen. Seiner Ansicht nach mußte ein Gewehr eine große Schußweite erzielen und eine durchschlagskräftige Patrone besitzen – das, so betonte er, habe er im Ersten Weltkrieg aus der Praxis erfahren. Alle weiteren Erklärungen über die Vorzüge der neuen Waffe vermochten nicht, ihn zu überzeugen.

Die Konstrukteure und die Befürworter der neuen Waffe waren zunächst etwas entmutigt, doch sie hatten genügend Erfahrungen mit der Politik jener Tage sammeln können. So wußten sie, was sie zu machen hatten. Sie tauften die Waffe in Maschinenpistole MP 43 um und nahmen sie in Produktion. Fortan vermutete Hitler, es handele sich bei der MPi 43 um Ersatz für die in Produktion befindlichen MP40, und da er diese Waffe sehr schätzte, stellte er keine Fragen und ließ alle Schriftstücke, die sich auf diese Waffe bezogen, passieren.

Drei Fabriken stellten das Sturmgewehr 44 her und lieferten es an die Ostfront, wo jede Infanterie-Division nach dieser vorzüglichen Waffe ‘schrie’.

So kam die Angelegenheit schließlich eines Tages im Führerhauptquartier ans Licht, als einige Kommandeure von Infanterie-Divisionen von Hitler geradeheraus wissen wollten, wann denn nun auch ihre Einheiten endlich das neue Gewehr bekämen.

Hitler geriet in Zorn und ordnete eine strenge Untersuchung an. Mit einem meisterhaften politischen Schachzug rüstete jedoch das Waffenamt die Soldaten der Waffen SS von Hitlers Hauptquartier mit der neuen Waffe aus. Nach einer Gefechtsdemonstration, in der der hauptsächliche Vorteil des neuen Gewehres besonders hervortritt, nämlich das voll-automatische Feuern während der letzten Phase eines Sturmangriffes, änderte Hitler seine Ansicht und gab der Produktion seinen Segen. Ja, er ordnete an, daß die neue Waffe die Bezeichnung Sturmgewehr tragen solle. Es darf freilich bezweifelt werden, daß einer der Offiziere, die mit dieser Angelegenheit beschäftigt waren, soweit gegangen ist, den Führer daraufhinzuweisen, daß das Gewehr diesen Namen schon seit drei Jahren trug.

Trotzdem konnten bis Kriegsende niemals genug Sturmgewehre, dem Vorläufer aller modernen Infanterie-Waffen, hergestellt werden, um die veralteten Karabiner vollständig zu ersetzen.

Queller: http://weltkrieg2.de

Peenemünde – Wiege der Raumfahrt

Die wechselvolle Geschichte Peenemündes ist mit Usedom in typischer Weise verbunden. Seit der deutschen Wiedervereinigung stellt ein Museum mit wachsendem Fundus diese Geschichte mit ihren verschiedenen, höchst widersprüchlichen Facetten dar.

Wiege der Raumfahrt oder Labor des Bösen

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1932 wurden bislang im Verborgenen verfolgte Aufrüstungspläne, die gegen die Demilitarisierungsauflagen der Verträge von Versailles verstießen, zur offiziellen Politik. Programmatisch erkennbare Expansionspläne bedurften der Absicherung durch eine Militarisierung der gesamten Gesellschaft und durch eine moderne Bewaffnung. Vor allem bereits bestehenden Ideen und Forschungen wurden auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und gezielt vorangetrieben.

Erst sehr viel später, als klar wurde, dass eben diese Expansionspläne zur vollständigen Niederlage führen würden, trat der Propagandazweck dieser Waffen in den Vordergrund. Was sich bis dahin in nüchternen taktischen Bezeichnungen von Heer und Luftwaffe ausdrückte, wurde nun mit „V1“, „V2“ und „V3“ bezeichnet, wobei „V“ für „Vergeltungswaffe“ stand. Unklar blieb, was vergolten werden sollte. Die tatsächliche Modernität und waffentechnische Überlegenheit dieser Entwicklungen sollte – unter gewaltigen Aufwenden und Opfern – den Glauben an den Endsieg auch in den letzten Kriegsmonaten festigen.

Schon zum Ende des 1. Weltkrieges entwarf der deutsche Ingenieur Herrmann Oberth (1894 – 1989) sowohl die Idee einer Flüssigkeitsrakete mit Alkohol und Sauerstoff als Treibstoff als auch die einer kanonenähnlichen Schleuder, bei der das Geschoss von mehreren Treibladungen durch ein ungewöhnlich langen Kanonenlauf kontinuierlich auf eine bis dahin nicht erreichte Geschwindigkeit beschleunigt wird. Aus diesen groben Entwürfen entstanden zum Ende des 2. Weltkrieges die „V2“ und „V3“.

Ebenfalls während des 1. Weltkrieges forschten verschiedene Personen in den USA und in England an unbemannten Kleinflugzeugen, die einen Gefechtskopf ins Ziel tragen konnten. 1934 begannen derartige Forschungen auch in Deutschland (Paul Schmidt, München). Diese Entwicklungen, später als Marschflugkörper bezeichnet, führten zur „V1“.

Die bezogen auf ein recht dicht besiedeltes Gebiet wie Deutschland relativ abgeschiedene Lage von Usedom und seiner Nachbarinsel Wolin machte die Region für geheime Waffenforschungen interessant. Ab 1936 begann der Ausbau des Peenemünder Hakens zur Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Hier erfolgten die Entwicklung und anfänglich auch die Produktion der „V1“ und „V2“. Daneben wurde die Oberth’sche Schleuder fortentwickelt und auf Wolin erprobt.

Allen „Wunderwaffen“ war gemeinsam, dass für ihre Entwicklung, Produktion, für ihren Transport und ihren Einsatz mehr Menschen umkamen als sie zumeist zivile Opfer an ihren Zielen töteten. Ihre aufgrund einfachster Steuerung geringen Zielgenauigkeiten prädestinierte sie als reine Terrorwaffen, die die gegnerische Zivilbevölkerung demoralisieren sollte. Erst ihre Fortentwicklung nach dem 2. Weltkrieg ließ den bizarren Traum von Präzisionswaffen zumindest in Teilen Realität werden.

In der allgemeinen Wahrnehmung ist Peenemünde vor allem mit der sogenannten V-Waffenforschung während des Nationalsozialismus verbunden:

„V1“: Robot-Bombe

1934 begann Paul Schmidt aus München an einem Antrieb für ein selbstgesteuertes Kleinflugzeug zu arbeiten. Zunächst sollte dieses Flugzeug ein Trainingsziel für Flugabwehrkanonen bilden, fand aber bald Förderer, die eine weitergehende Idee verfolgten. Nach ersten Berechnungen, Erprobungen und Weiterentwicklungen erschien das Ziel, nahezu eine Tonne Sprengstoff etwa 250 Kilometer weit tragen zu können, realistisch. Die „V1“, oder Fi103 bzw. FZG76 genannt, war „geboren“.

Neben der Entwicklung der fliegenden Bombe selbst wurde von der Firma Walter, Kiel, eine Schleuder entwickelt, die den über zwei Tonnen schweren Flugkörper innerhalb einer halben Sekunde auf über 400 Stundenkilometer beschleunigte. Das so genannte „Walter-Verfahren“ trieb den „Raketenjäger“ Me163 ebenso an, wie es die beiden Treibstoffkomponenten Alkohol und Sauerstoff in die Brennkammer der „V2“ (s. u.) pumpte.

Angetrieben wurde die „V1“ von einem so genannten Argus-Schmidt-Schubrohr, das eine diskontinuierliche Verbrennung eines unverdichteten Benzin-Luftgemischs nutzte. Damit war es möglich, mit minderwertigstem Kraftstoff und dem Einsatz einfachster Materialien, den Flugkörper auf etwa 600 Stundenkilometer zu beschleunigen. Die Fi103 war somit schneller als alle Jagdflugzeuge zu jener Zeit.

Die Steuerung erfolgte in der Fläche mit Magnetkompass und Luftlog (einem kleinen durch die Eigenbewegung des Flugkörpers angetriebenen Propeller mit Zählwerk) und durch eine Barometerdose in der Höhe. Die Steuerorgane wurden mit Druckluft betätigt.

Die Erprobung der Flugkörper wurde sowohl im Norden von Peenemünde als auch zwischen Zempin und Zinnowitz durchgeführt. An beiden Stellen kann man auch heute noch die Fundamente der Walter-Schleudern finden. Von hier aus wurden die Flugkörper in östlicher Richtung über die Pommersche Bucht verschossen. Von den Beobachtungspunkten auf dem Streckelsberg und dem Langen Berg aus wurden ihre Flugbahnen vermessen.

Von der französischen Kanalküste aus erfolgte der Einsatz gegen London als Flächenziel. Später, nach der gescheiterten Ardennenoffensive, wurden Ziele in den Niederlanden (z. B. Antwerpen) von der Eifel aus beschossen.

Einige der Entwicklungsingenieure (unter der Leitung von Robert Lusser) führten ihre Arbeit vor allem in den USA fort. In der Konsequenz entstand in den 80er Jahren die Cruise Missile „Tomahawk“, die über ein Geländeprofile erkennendes Bodenfolgeradar rechnergestützt navigierte und eine Zielgenauigkeit von wenigen Metern erreichte.

„V2“: Die Rakete

Seit den späten 20er Jahren forschte auf dem Übungsflugplatz in Kummersdorf der 1912 geborene Wernher Freiherr von Braun an Raketen. Er erkannte die Grenzen der damals eher beachteten Feststoffraketen und entwickelte Flüssigantriebe. Schon bald wurden „Talentesucher“ des Militärs auf den jungen von Braun aufmerksam und beauftragten ihn 1936 mit der Auswahl eines geeigneten Gebietes für Entwicklung, Herstellung und Erprobung dieser Raketen. Die Wahl fiel auf den Peenemünder Haken. Der erste Prototyp „Aggregat 2“ wurde zum „Aggregat 3“ (1,5 Tonnen Startschub) weiterentwickelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

1942 war das „Aggregat 4“ soweit entwickelt und erprobt, dass am 3. Oktober um 16:00 Uhr eine 13 Tonnen schwere A4 vom Starttisch des Prüfstandes VII abhob und in 190 Kilometer Entfernung ihren theoretischen Zielpunkt nur um 4 Kilometer verfehlte. Im Scheitel ihrer ballistischen Bahnkurve hatte die Rakete die Grenze zum Weltall überwunden. Das Datum ging daher als der Beginn der Ära der Weltraumforschung in die Geschichtsbücher ein.

Das „Aggregat 4“ verwendete die beiden Treibstoffkomponenten Alkohol und Sauerstoff, die mittels einer Turbopumpe in die Brennkammer der „V2“ gepumpt wurden. Der Startschub von über 20 Tonnen erlaubte bei einer Brenndauer von wenigen Minuten eine maximale Reichweite von 290 Kilometern. Die Steuerung erfolgte durch ein Trägheitsnavigationssystem, also durch einen in allen drei Achsen beweglich aufgehängten elektrisch angetriebenen Kreisel. Die Steuerorgane, also vor allem das Strahlruder, wurden mit Druckluft betätigt. Die Herstellung einer Rakete verschlang ungefähr 240.000,- Reichsmark und war damit etwa 70 mal aufwändiger als eine „V1“. Die Gesamtinvestition betrug zwischen 6 und 8 Milliarden Reichsmark.

Die Erprobung der Flugkörper wurde sowohl im Süden von Peenemünde durchgeführt. Die ringförmigen Erdaufschüttungen verraten nach heute die Lage des Prüfstandes VII. Von hier aus wurden die Flugkörper in östlicher Richtung über die Pommersche Bucht verschossen. Von den Beobachtungspunkten auf dem Streckelsberg und dem Langen Berg aus wurden ihre Flugbahnen vermessen.

Von der französischen Kanalküste aus erfolgte der Einsatz gegen London als Flächenziel.

Sowohl Amerikaner als auch Russen bedienten sich der Expertise deutscher Ingenieure nach Kriegsende. So entstanden auf der Basis des „Aggregat 4“ militärische Weiterentwicklungen und auch zivile Projekte der Weltraumforschung. Dabei fanden auch bei Kriegsende vorliegende Entwicklungen der mehrstufigen „Amerika-Rakete“ Anwendung.

„V3“: Die Mehrkammerkanone

Die „V3“ ist wohl die am wenigsten bekannte „Wunderwaffe“. Schon zum Ende des 1. Weltkrieges entwarf der deutsche Ingenieur Herrmann Oberth (1894 – 1989) eine kanonenähnliche Schleuder, bei der das Geschoss von mehreren Treibladungen durch ein ungewöhnlich langen Kanonenlauf kontinuierlich auf eine bis dahin nicht erreichte Geschwindigkeit beschleunigt wird. Die ursprüngliche Idee der Mehrkammerkanone stammte schon aus dem 19. Jahrhundert.

1942 forschte der Ingenieur der Fa. Röchling A. Coenders an der Mehrkammerkanone. Die Schleuder befand sich unter den Namen „Fleißiges Lieschen“ oder (wegen seiner eigentümlichen Konstruktion) „Tausendfüßer“ im Erprobungsstadium; in der heutigen Literatur findet sich die Bezeichnung „Hochdruckpumpe HDP“. Bei dieser Mehrkammerkanone werden an ein gerades Kanonenrohr seitliche Treibladungskammern angeflanscht. In diesen Kammern befinden sich 96 Treibladungen, die, nachdem das Geschoss an ihnen vorbei gekommen ist, gezündet werden und das Projektil immer weiter beschleunigen.

Die Mehrkammerkanone verschoss pfeilförmige, etwa zwei Meter lange und knapp 100 Kilogramm schweren Granaten vom Kaliber 155 Millimeter mit der Bezeichnung Rö Be 42 (Hersteller Röchling). Die tatsächliche Reichweite der 130 Meter langen Kanonen sollte 160 Kilometer betragen. Auf dem Versuchsgelände nahe Misdroy auf Wolin wurden im Januar1944 maximal 140 Kilometer Schussweite gemessen.

An der Kanalküste Frankreichs wurde im August 1943 auf Weisung Hitlers bei Mimoyecques im Pas de Calais mit dem Bau einer Abschussstellung für die V3 begonnen. In einem Hügel wurde ein 110 Meter tiefer Schacht angelegt, auf dessen Sohle sich die Verschlüsse für die 25 Kanonenläufe befanden. Im Winkel von 25° wurden fünf Tunnels zur Oberfläche gebohrt, deren Ausrichtung genau auf London zielte. Da der Bau der „V3“ erst 1943 begann, konnte die Waffe nicht mehr zur Serienreife geführt werden. Die Versuche wurden trotzdem fortgesetzt, hatten aber kaum eine nennenswerte Bedeutung.

Nach Kriegsende begann die NASA das Prinzip der Schleuder von der Mehrkammerkanone zu „intelligenten“ Treibsätzen hin abzuwandeln. Das Ziel war, die Schleuder zum Transport von kleinen Satelliten in den Weltraum zu nutzen. Der Projektleiter, der kanadische Ingenieur Gerald Bull, verdingte sich nach der Einstellung des Projektes bei der irakischen Führung und entwickelte das „Doomsday Gun“, eine Fernkanone mit einer geplanten Reichweite von einigen hundert Kilometern. Bull kam später unter mysteriösen Umständen ums Leben.